Montag, 11. Mai 2015

Machen wir morgen weiter? - Alaska Young

Hallihallo,

Jugendliche sind schon wirklich komisch, machen wir uns da mal alle nichts vor. Sie entwickeln komische Wörter, weiden sich an Obszönitäten und stellen sich mit ihren paar Jährchen Lebenserfahrung gegen die Autorität. Ihr vor Hormonen triefender Körper ist immer bereit zum Aufbruch ins Unbekannte, frei nach der Lebensphilosophie YOLO plus ein paar Shots Tequila.

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Erstaunlich dabei ist, dass auch ihre spießigen Eltern mal in ihrem Alter waren und auch heulend auf dem Sofa saßen um sich den Bauch mit Tonnen von Eiscreme vollzuschlagen, weil dieses Arschloch von Schwarm einfach nicht zurück schreiben will. Dementsprechend ist Jugendkultur keine Erfindung der heutigen Halbstarken sondern ein ständig wiederkehrendes Phänomen das jeder Mensch durchlebt. Irgendwie gab es also schon alles, was die Jugend für sich entdeckt. Wahrscheinlich macht diese Tatsache die Rebellion der Pubertät aus. Man will unbedingt Regeln brechen, seine Identität und Unabhängigkeit finden und dabei dem Establishment mal ordentlich das schäbige, kleinbürgerliche Grinsen aus dem Gesicht schlagen nur um dann festzustellen, dass genau das schon so viele vor einem versucht haben. Trotzdem trifft man nur auf Unverständnis.
Einer, der die Jugend aber versteht und ihnen zeigt, wie wichtig ihre Rebellion für unsere Gesellschaft trotzdem ist, ist der unvergleichliche John Green.

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Geboren wurde John Michael Green am 24. August 1977 in Indianapolis, wo er mittlerweile wieder mit seiner Frau und seinen zwei Kindern wohnt. Mit seinen Eltern und seinem Bruder Hank wuchs Green jedoch in Orlando ( Florida) auf, bis er sich entschied, ein Internat in Birmingham ( Alabama) zu besuchen, ähnlich wie später sein Romanheld Miles Halter.
Anschließend studierte er am Kenyon College in Ohio Englisch und Vergleichende Religionswissenschaften mit dem festen Berufswunsch Pastor vor Augen. Doch schon in seiner Ausbildung zum Kaplan, brach John Green diese ab, nachdem er einige Zeit in einem Kinderkrankenhaus gearbeitet hatte. Die Erlebnisse dort waren zu viel für ihn.
Stattdessen fing er an Rezensionen für eine Zeitschrift zu schreiben und an einem eigenen Roman zu arbeiten, der viele autobiografische Züge enthält, sich trotzdem von John Greens Leben abgrenzt und eigenständig besteht. 2005 erschien >Looking for Alaska<, zwei Jahre im deutschsprachigen Raum als > Eine wie Alaska< bekannt. Schon mit seinem Erstlingswerk erlangte er Kultstatus unter jungen Lesern und gehört in den USA zur Pflichtlektüre an vielen High Schools.
Neben seiner Schreibarbeit betreibt John seit 2007 mit seinem Bruder Hank einen Youtubekanal, der sich nicht nur bei seinen treuesten Lesern großer Beliebtheit erfreut. Mittlerweile gehört er zu den 100 meistgesehenen Kanälen auf Youtube, da er so humorvoll und sehenswert ist, wie ein Buch des Meisters höchstpersönlich.
Das sein Welterfolg > Das Schicksal ist ein mieser Verräter< hoch gelobt und verfilmt worden ist und > Margos Spuren< auch in den Startlöchern steht, muss hier wohl nicht extra erwähnt werden.




ACHTUNG!
Die folgende Zusammenfassung enthält Spoiler!
Ich möchte hier niemandem die Leselust verderben, indem ich was vorweg nehme.

> Eine wie Alaska< ist nicht nur John Greens erstes veröffentlichtes Buch, es ist wohl auch das mit den meisten autobiografischen Zügen. Die Hauptperson Miles Halter ähnelnd ihm nicht nur äußerlich, auch Green war in seiner Jugend keiner von den „coolen“ Kids. John Green lässt seine Erfahrungen als Teenager, der an ein Internat wechselt, um dort seine neue Identität und das „ große Vielleicht“ zu finden, mit einfließen und schafft so eine glaubwürdige Handlung mit natürlichen Charakteren.
Miles Halters Lieblingsbeschäftigung ist das Lesen von Biografien verstorbener Persönlichkeiten um so ihre letzten Worte zu erfassen. Dieses Talent bringt ihm schon beim Einzug in sein neues Zimmer auf dem Campusgelände des Internats Culver Creek seinen ersten neuen Freund ein – seinen Mitbewohner Chip Martin, der nur der Colonel genannt wird. Sogleich hat er selbst auch schon einen Spitznamen ( Pummel), mit dem er auch einem Mädchen vorgestellt wird, das sein gesamtes Leben verändern soll.

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Alaska der personifizierte Traum aller männlichen Schüler in Culver Creek und außerhalb. Sie ist schlau, witzig und ( was nicht zu verachten ist) verdammt sexy. Gegen sie spricht nur, dass sie sehr launisch und impulsiv handelt und einen festen Freund hat. Dennoch kommt es wie es in jedem guten Teeniebuch kommen muss. Miles verliebt sich unsterblich in Alaska.
Zusammen mit Takumi und Lara genießen die drei ihre Schulzeit in vollen Zügen. Streiche werden geplant und durchgeführt, heimlich Zigaretten geraucht und dabei unzählige letzte Worte zitiert.

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 Bis zu dem einen Januartag, an dem Alaska urplötzlich völlig aufgelöst und betrunken aufbricht und auf dem Highway in einen Polizeiwagen rast. Ob es ein tragischer Unfall oder Selbstmord und inwiefern Miles und Chip mitschuldig an Alaskas Tod sind, kann auch nach wochenlanger Recherche der beiden Jungen nicht genau gesagt werden. Aber darin liegt auch der entscheidene Funke, der > Eine wie Alaska< zu dem wundervollen Buch macht, das es ist.
Selbst John Green sagt, dass er nicht weiß, was genau mit Alaska passiert ist und hat die Auflösung für sich selbst bei der Arbeit am Buch bewusst ausgelassen, damit sowohl er als auch die Leserschaft den Tod selbst bewerten kann. Auch gestaltet er seine Figuren mit gewissen Makeln ohne darüber zu urteilen. Damit wird den meist jugendlichen Lesern klar, dass Menschen so facettenreich sind wie ein Regenbogen und man sie trotz all ihren Fehlern und Macken lieben oder einfach wertschätzen kann.
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Zudem bindet er in seine Werke oft philosophische Ansichten und Fachwissen. So lernt Miles letzte Worte und Chip alle Länder mit Hauptstäde. John Green beweist somit, dass es überhaupt nicht uncool ist, wenn man einen höheren IQ als eine Scheibe Toastbrot anstrebt.
So wird anhand von detailreichen Charakteren, eine Prise Philosophie und viel realistischem jugendlichen Verhalten die recht voraussehbare Handlung aus dem Klischeetümpel gezogen und wird so individuell wie realistisch. > Eine wie Alaska< besitzt einen ungekünstelten Charme, lässt in die Gefühlswelt von Teenagern einblicken und nimmt sich ihrer Probleme, Ängste und Hoffnungen einfühlsam an. Ein fantastisches Buch von einem fantastischen John Green.

liebst
Elli♥

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch aber gar nicht sooo gut wie seine anderen Bücher, natürlich verstehe ich den philosophischen Teil usw aber es konnte mich einfach nicht so überzeugen und mitreißen wie zum Beispiel Margos Spuren & Das Schicksal [...] selbst Die erste Liebe fand ich noch ein kleines bisschen besser, aber alles Geschmackssache.
    Ich würde aufpassen übrigens und am Anfang hinschreiben, dass der Text Spoiler enthält, wenn ich noch nicht wüsste was an Tag X passiert wäre ich ziemlich angepisst wenn ich das hier lesen würde :D

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    1. Ja mein absolutes Lieblingsbuch von ihm war es auch nicht, das gebe ich offen zu. Nichts schlägt Margos Spuren. Schon wegen dem Roadtrip :D
      Man sieht aber gut daran, wie er sich von Buch zu Buch steigert und die Figuren sind auch liebenswert.
      Danke für den Hinweis. Ich werde eine Warnung hinzufügen :D

      liebst
      Elli

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  2. In Orläääääääändo wuchs er auf? Toll!
    Das Blöde ist, ich kenne "Looking for Alaska" nur zur Hälfte, weiß ich es nur als Hörbuch auf Yotube gehört habe, nachdem wir es in der Zehnten mal im Englischbuch hatten und ich diese ersten paar Seiten ungefähr zehn Mal gelesen habe, weil... ich im Englischunterricht eben immer schon sämtliche fiktionale Texte aus dem Lehrbuch auswendig weiß? Aber ich hasse Hörbücher und hab's dann aufgegeben, obwohl es eigentlich ziemlich genial war und ich die Charaktere von John Green mag und (John Green und Hank mag ich auch). Die sind immer ein bisschen wie Charlie aus "The perks of being a wallflower", besonders, anti-klischee, ziemlich genial auf ihre Art und Weise - smartasses. Was irgendwie passender klingt als Klugscheißer. Es gibt zu wenige Protagonisten und generell Charaktere von der Art.

    Alles Liebe und ja ich weiß, das ist schon wieder etwas wirr,
    Mara

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    1. Das ist mir beim Schreiben gar nicht aufgefallen, aber du hast natürlich recht. Orläääääääändo!!!!1!
      Ich hab mein Englischbuch auch bestimmt tausend Mal durchgelesen... sagt viel über den Unterricht aus :D
      John und Hank sind wirklich zwei voll coole smartasses - wirklich ein schönes Wort. Lieblingswort des Tages ♥

      ach das war nicht wirr, das war für deine Verhältnisse sehr strukturiert :D
      liebst
      Elli

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