Sonntag, 27. Juli 2014

Du bist lieb. Du bist schlau. Du bist wichtig.

Hallihallo,

 2009 erschien Kathryn Stocketts Debütroman "The Help", dessen deutscher Titel " Gute Geister" ist, der sofort zu einem Bestseller wurde. 2011 wurde das Buch dann mit einem Topcast verfilmt und auch hier schlug die Story ein wie eine Bombe.
Stockett, selbst in Jackson (Mississippi) geboren und aufgewachsen, schreibt unheimlich rührend und sensibel über die Rassentrennung in den USA der 60er Jahre, unverblümten Rassismus aber auch die aufkommende Bürgerrechtsbewegung und drei mutige Frauen.

Für alle, die, aus welchem Grund auch immer, weder das Buch gelesen noch den Film gesehen haben, habe ich hier eine kleine Rezension, die hoffentlich euer Interesse weckt.

Mich hat das Buch wirklich berührt. Bücher, in denen Menschen gegen soziale Ungerechtigkeiten und insbesondere Rassismus ankämpfen, sollten, meiner Meinung nach, in jedem guten Bücherregal vorhanden sein. "Gute Geister" ist ein wunderbares Beispiel für diese Sparte Literatur.



Also, wie schon erwähnt, spielt das Buch in den USA der 60er Jahre und beleuchtet das Leben dreier Frauen.


Zuerst habe ich mich ein wenig gegen das Buch gesträubt, weil ich die zuerst nur den Film kannte und da mir die Beschreibungen nicht wirklich gefallen haben. Über den Film wurde ja eigentlich immer nur gesagt, dass Emma Stone mitspielt, die über das Leben von schwarzen Hausmädchen schreibt. (Wo ich mir dann nur so dachte: Mensch das ist doch mal aussagekräftig…nicht)  Das fand ich ehrlich gesagt, ein wenig fade aber jetzt, wo ich das Buch gelesen habe, nehme ich das zurück. Die Idee ist super und die Geschichte wunderbar vielschichtig, was schon damit erzielt wird, dass die drei Heldinnen alle, in der Ich-Form geschriebene, Kapitel haben und frei heraus aus ihrem Leben berichten.



Was Aibileen und Minny erleben geht einem einfach nur ans Herz. Aibileen ist so fürsorglich und liebevoll und Minny  so herrlich aufmüpfig und nie um einen Spruch verlegen. Wie sie einfach ihre Leben, als schwarze Dienstmädchen in einer so ungerechten, rassistischen Zeit meistern, finde ich großartig. Diese beiden Figuren fand ich wunderbar.
Ihre Kapitel sind einfach, aber voller Herz geschrieben. Sie berichten wirklich über das, was wirklich zählt, ohne es an die große Glocke zu hängen. Ich möchte nicht so viel verraten aber es lohnt sich wirklich, weil man sich super in die Beiden hineinfühlen kann.
Octavia Spencer, die Darstellerin der Minny Jackson, hat verdientermaßen den Oscar für die beste Nebendarstellerin bekommen. Sie ist genau so, wie ich mir die Minny im Buch vorgestellt habe. Aber auch Viola Davis, als Aibileen Clark, spielt einfach nur klasse.


  
Skeeter hat mich jetzt nicht so vom Hocker gehauen. Ihre Kapitel fand ich, um ehrlich zu sein, wirklich doof. Klar, sie ist diejenige, die die Handlung erst richtig ins Rollen bringt, mit ihrem Vorschlag, über das Leben schwarzer Dienstmädchen ein Buch zu schreiben, aber sie ist mir einfach nur unsympatisch. Zum Einen, weil sie ja eigentlich diesen Entschluss nur fasst, weil die Direktorin, von dem Verlag, bei dem sie angestellt werden möchte, von ihre eine große Story verlangt. Skeeter macht das also zunächst nicht aus Empathie zu Aibileen und Minny, sondern nutzt sie so gesehen für ihre Karriere aus.
Zudem hat Skeeter im Endeffekt wieder Probleme, bei denen mir echt Alles hoch kommt. Sie ist zu groß und findet sich hässlich und ihre Haare sind zu krisselig und ihre Mutter will immer, dass sie einen Mann findet, aber sie selbst will das nicht und sie soll eine Haushaltskolummne schreiben, hat aber keine Ahnung vom Haushalt und sie weiß nicht, ob sie in Stuart verliebt ist, oder eben nicht und und und….
Das sind doch keine richtigen Probleme Mädchen!
Deshalb waren ihre Kapitel meist irgendwann verdammt eintönig und nervig. Außerdem ist sie, als Journalist wohlgemerkt, zu doof, sich in andere Leute hineinzuversetzen und ist immer total verblüfft, ja schockiert, wie es dunkelhäutigen Menschen zur Zeit der Rassentrennung so geht. Ums kurz zu machen – ich fand Skeeter total dämlich. Aber das ist nur meine Meinung.

Anders erging es mir bei Celia und Johnny Foote. Die Beiden sind die Arbeitgeber von Minny und man muss sich einfach in sie verlieben. Celia erscheint zunächst einem als die typische, tussige aber unterbelichtete Schönheit vom Lande ist aber eine wunderbare Frau. Sie ist ein wenig naiv und ängstlich, hat aber ein reines Herz und begegnet Minny ohne Voruteile. Ebenso Johnny, der sich um seine beiden Frauen reizend kümmert, obwohl man zunächst aus Celias Bemerkungen darauf schließt, dass er ein brutaler, liebloser Rassist ist, der seine Frau auch nur geheiratet hat, damit sie ihm ein Kind gebärt. ( Ein Kind spielt im Übrigen eine wichtige Rolle in ihrer Beziehung aber ich möchte nicht spoilern).

Um es zusammenzufassen, das Buch ist einfach nur toll. Es berichtet behutsam aber auch ohne Schnörkel über das Zusammenleben weißer und nicht weißer Menschen zur Zeit der Rassentrennung, beleuchtet die verschiedenen Facetten der Frauen dieser Epoche ( was ich besonders spannend fand, weil die Frauen eben Frauen und keine Pinup-girls oder kitschige Werbeplakatgrinsebacken waren) und über die Sinnlosigkeit von Diskrimminierung und Rassismus aufklärt. Ich kann es euch nur empfehlen, sowohl Buch als auch Film. Es beleuchtet eindrücklich die damalige Zeit aber auf eine mutige, humorvolle Art.


Kommentare:

  1. Ich kenne nur den Film, aber der ist sehr schön! Dein Post dazu gefällt mir sehr gut!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank :D
      Ich wiederum bin über das Buch erst so richtig zum Film gekommen, der mich aber, wie das Buch ja auch, voll überzeugt hat. Ich kann wirklich Beides empfehlen. Die Reihenfolge spielt aber denke ich, keine Rolle :D

      liebst
      Elli

      Löschen