Dienstag, 22. September 2015

ADLEÖ: Im Team zur Bundesgartenschau

Hallihallo,

Auch wenn ich schon fast einen Monat ein Öki bin, kenne ich noch immer nicht alle Personen, die an meiner Oberförsterei angestellt sind. Natürlich geht das auch nicht so schnell, schließlich arbeite ich den lieben langen Tag weit entfernt im süßen Waldmuseum und die Förster und Waldarbeiter verbringen ihren Tag auch nicht mit Kaffeetrinken. Dementsprechend geht man sich doch unfreiwillig aus dem Weg. 

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Und da das nicht nur mir so, sondern eigentlich allen Angestellten so geht, haben wir heute einen Teamtag gemacht um den Zusammenhalt zu stärken, den Öki ( also mich) allen mal vorzustellen und um einfach mal raus aus dem Forstalltag zu kommen. Am besten für unser Vorhaben geeignet war die Bundesgartenschau, die ja dieses Jahr im Havelgebiet gastiert.
Wir waren so frei und haben zwei Standorte besucht – Havelberg und Rathenow – die ich hier samt unserem Teamtag vorstellen möchte.

Zunächst muss man sagen, dass unser Team irgendwie fast vollständig aus Frühaufstehern besteht, sodass wir alle schon um 7:30 Uhr reisefertig auf dem Hof standen und uns in die jeweiligen Autos setzten. Nebenbei hatte die frühe Abfahrt auch einen ganz praktischen Zweck. Nach Havelberg war es schließlich doch noch ein gewaltiges Ende, dass wir so früh wie möglich weg haben wollten um uns den schönen Dingen zu widmen.


Havelberg ist wirklich eine so niedliche Stadt mit lauter alten Fachwerkhäusern. Die Stadt wirkt fast wie im Dornröschenschlaf, wären nicht die Autos und Läden mit Waren, die es eindeutig nicht im Mittelalter gab. Auf dem BUGA-Gelände verwischt diese Trennlinie aber wieder und man läuft Gärten mit Blick auf den Dom St. Marien und den nahegelegenen Eisstand von Langnese.






Überall in der Stadt verteilt sind kleine blühende Flecken BUGA-Gelände die allesamt leicht zu erlaufen sind. Mittlerweile sind die Beete auf den Herbst abgestimmt, was ich für eine ungeheure Leistung halte. Irgendwer plant das alles ja in mühevoller Kleinarbeit und setzt das dann auch um. Leute, die so ein Gespür für Pflanzen und Landschaftsgestaltung haben sind wirklich Künstler.
Eine Sache die aber noch einen klitzekleinen Tick atemberaubender fand war die Blumenschau, die in einer Kirche in der Innenstadt ausgestellt wird. 



Zar Peter I findet hier seine Berechtigung als Postkartenautomat


Neben den unzähligen Sorten und Farben hat es mich doch sehr fasziniert, als ich gesehen habe, dass einige Blumen mit Medaillen ausgezeichnet wurden. Ich könnte wahrscheinlich niemanden als Sieger bestimmen, da alle Blumen die ich gesehen habe gleich schön aussahen. Aber irgendwer kann da anscheinend noch Unterschiede feststellen. Haltet für mich für naiv, aber ich finde das erstaunlich.

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Zur Mittagszeit mussten wir Havelberg verlassen, da wir auch noch Rathenow besuchen wollten. Anders als die Hansestadt Havelberg ist dort die BUGA nicht tupfenweise im Stadtbild zu finden sondern befindet sich auf einem abgesteckten Gelände, sodass man sich eigentlich gar nicht verlaufen kann. Die Blumen-und Pflanzenvielfalt war hier fast noch größer als in Havelberg.



Gleich zu Anfang konnte man über einen kleinen Teich spazieren, der voller Seerosen war. Zwar waren jetzt im Spätsommer die meisten schon verblüht, aber schon die Vorstellung, wie es wohl im Sommer ausgesehen haben muss, war für mich wunderschön. Und ein paar wagemutige Seerosen strahlten dann doch noch auf der Wasseroberfläche.









Während des Aufenthalts in Rathenow war man so von der Farbenpracht eingenommen, dass man gar nicht merkte, dass man ja doch ziemlich viel gelaufen war. Erst auf der Rückfahrt habe ich dann meine Füße gespürt. Sonderlich gestört hat es mich aber nicht, schließlich habe ich so viel gesehen und erschnuppert. Das letzte Mal war ich als Kind auf der BUGA deshalb fand ich es toll, mal wieder einen Standort besuchen zu können. Wahrscheinlich brauche ich das den meisten, die schon im Frühjahr die BUGA besucht haben, nicht zu sagen, wie toll es dort war, aber ich muss gestehen, dass ich auch nicht wirklich gedacht habe, dass es auch im Spätsommer/Frühherbst noch so wunderschön sein kann.

liebst
Elli ♥

Samstag, 5. September 2015

ADLEÖ: Endlich Wochenende!

Hallihallo,

Am liebsten wäre ich heute gar nicht aufgestanden und so richtig kam ich auch nicht aus den Federn. Aber ich musste heute früh noch einmal raus, da das kleine sich Waldmuseum auch heute nach meiner Anwesenheit sehnte. Kurz bevor ich mich aufs Rad schwang, sah auch noch alles gut aus. Der Himmel war wolkenverhangen, aber bislang war kein Regen in Sicht. Kaum war ich jedoch die ersten paar Meter geradelt, schon befand Petrus, dass es mal wieder Zeit für einen ordentlichen Regenguss war. Mit jeder Minute nahmen die Wassermassen zu und ich war sehr dankbar, als plötzlich mein großer Bruder samt Auto auftauchte und mich abholte.
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Bis kurz vor Schluss hielt der Regen an, weshalb sich auch nur genau zwei Leute ins Museum verirrten. Dafür hatte ich genügend Zeit, das Museum ein wenig auf Vordermann zu bringen. Viel zu tun war zwar nicht, aber wie jeder weiß, sind Staub und Schmutz nachwachsende Rohstoffe. Danach hatte ich immer noch genug Zeit zum Lesen und aus dem Fenster in den Regen zu schauen.
Jedenfalls habe ich jetzt auch Wochenende und darüber bin ich auch wirklich froh. Es hat mir zwar großen Spaß gemacht, mich um das kleine Waldmuseum zu kümmern, aber nichts geht über das gute alte Wochenende!

liebst

Elli ♥

Freitag, 4. September 2015

ADLEÖ: Nachts im Forsthaus

Hallihallo,

Ich gehöre zu den immer weniger werdenden Menschen, denen Einsamkeit nicht viel aus macht. Natürlich schnattere ich gerne und viel, wenn ich in Gesellschaft bin, aber durch die Lage meiner Arbeitsstelle kann ich ja gar nicht verhindern, dass ich oftmals ganz allein bin. Für mich ist das tagsüber nicht schlimm. Mit seinen Gedanken mal für sich zu sein, nicht überall seinen Senf hinzufügen zu müssen und einfach in einem Tagtraum zu versinken finde ich wunderschön.
Wie der aufmerksame Leser aber vielleicht erkannt hat, beschränkt sich diese Aussage auf den Tag. Sobald sich der rote Feuerball zu sinken beginnt, mag ich es so gar nicht, allein sein zu müssen.

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Die erste Nacht in meinem kleinen Kämmerlein im Obergeschoss der Oberförsterei war also für mich nicht ohne. Einerseits ist es schön, mal völlig allein zu sein, in Ruhe lesen und seinen Tag planen zu können, andererseits trägt man die gesamte Verantwortung für ein riesiges Haus. Man kann sich also vorstellen, dass ich mehr als nur einmal überprüft habe, ob wirklich alle Türen fest verschlossen sind. Natürlich sind sie es aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Da auch das Forsthaus in Waldnähe liegt, knackst ab und an ein Baum, Sträucher rascheln und ich stehe aufgeregt am Fenster und sehe mit zusammengekniffenen Augen in die Nacht, um einen möglichen Einbrecher erkennen zu können.
Als auch die letzte graue Zelle endlich verstanden hatte, dass alles in Ordnung war und auch morgen noch sein würde, wich Gelassenheit meiner anfänglichen Nervosität. 
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Sehr dabei geholfen hat mich auch eine Tasse Tee, deren Inhalt mir ein wohliges Gefühl in Kopf und Magen zauberte und mein Sandmännchen ersetzte. Schlussendlich war ich doch geschafft und müde. Eines der schönsten Gefühle ist es, wenn man abends in ein frisch bezogenes Bett schlüpft und die Decke zu einem kuscheligen Kokon wird, der alles Böse abwehrt.
Morgens sah dann die Welt schon wieder ganz anders aus. Ein neugieriges Rotkehlchen saß auf meinem Fensterbrett und musterte mich, bevor es flink davon flog, als es wohl merkte, dass das Ding da unter der Decke doch ein wenig größer ist als angenommen. Die Sonne vertrieb die Gespenster der letzten Nacht und niemand war eingebrochen.
Nun nennt mich ruhig einen Angsthasen, aber ich kann große Häuser bei Nacht nun einmal nicht ausstehen. Theoretisch kann so viel passieren, praktisch passiert in 99% der Fälle absolut nichts. Ich bin froh, dass die letzte Nacht nicht zu den restlichen 1% gezählt hat. Beim nächsten Mal bin ich schon viel sicherer und werde ich nicht mit meinen unbegründeten Ängsten herumplagen. Bis dahin also!

liebst

Elli ♥

Donnerstag, 3. September 2015

ADLEÖ: Übernachtungsparty mit Herrn Reinecke?

Hallihallo,

Auf dem Weg zur Arbeit, den ich per Fahrrad bewältige, habe ich, in den paar Tage, in denen ich ihn morgens gefahren bin, schon Einiges gesehen. Todesmutige Laubfrösche, die über die Straße hüpfen, Greifvögel die ihre ersten Kreise über ihr Revier ziehen, alles ist möglich.
Was mir heute passiert ist, ist sogar für mich neu. Kurz vor Schluss tauchte plötzlich ein Fuchs neben mir auf. Zwar er zunächst noch einige Meter entfernt, aber ich war schon so begeistert, dass ich so nah an dieses Wildtier kommen konnte. Normalerweise nehmen Füchse kurz darauf Reißaus und passé ist der schöne Moment. 
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Dieser Herr Reinecke aber lief ein paar Meter neben meinem Fahrrad her, machte aber glücklicherweise keinerlei Anstalten, näher zu rücken.
Ich war so perplex und auch ein wenig in Aufruhr, denn jeder weiß ja, dass Tiere, die mit Tollwut infiziert sind, ihre Scheu vom Menschen ablegen und deren Nähe suchen. Davor hatte ich schon etwas Angst, weswegen ich auch aufatmete, als das rothaarige Kerlchen doch bemerkte, wer oder was ich war und sich schnellstmöglich aus dem Staub machte.
Der Rest des Tages verlief ohne weitere Auffälligkeiten. Als ich abends zurück zur Oberförsterei fuhr, lief mir wieder ein Fuchs über den Weg. War es ebender von heute früh? Ich weiß es nicht, aber ausschließen kann ich es natürlich nicht. Diesmal bildete er aber nicht meine Teilzeiteskorte sondern verschwand sofort. Zum Glück, ich wüsste nämlich nicht, wo der feine Herr in meinem Zimmer in der Oberförsterei, in der ich heute meine erste Nacht verbringen werde, schlafen sollte. Und auf eine lustige Übernachtungsparty mit Gruselgeschichten unter der Bettdecke und Eiscreme bis zum Umfallen hatte ich auch keine große Lust. Vielleicht beim nächsten Mal Herr Fuchs.

liebst

Elli ♥

Mittwoch, 2. September 2015

ADLEÖ: Viel Moos aber erstmal wenig los.

Hallihallo,

Gestern Abend konnte ich kaum einschlafen, so aufgeregt war ich auf den heutigen Tag. Verständlich, wurde ich doch heute ins lauwarme Wasser geworfen. Ab heute steht das kleine Waldmuseum unter meiner Obhut, was in jeder Minute meiner Arbeitszeit meinen Magen zum Kochen bringt. Freude wechselt mit Nervosität und wieder zurück. Dabei gibt es keinen Grund für diesen Gefühlstaumel.
Zum Einen kann ich jederzeit meine Betreuerin um Hilfe bitten, zum Anderen ist der Besucherandrang in der Nachsaison absolut vertretbar. Mein erster Besucher war eine getigerte Katze, die mich mit ihren smaragdgrünen Augen neugierig an funkelte, dann doch aber zu scheu war, um sich von mir kraulen zu lassen. Trotzdem versüßte mir ihr Anblick den Morgen.

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Bis hin zur Mittagszeit war das Museum wie leer gefegt. Nachmittags kamen dann meine ersten richtigen Besucher. Eine junge Familie mit kleinen Kindern, die sich, sowohl Groß oder Klein, für das Museum begeistern konnten. Es ist einfach nur herrlich, wenn eine Einjährige vor Freude gluckst, wenn aus den Kopfhörern Vogelstimmen erklingen. Nach der kleinen Familie folgte eine Gruppe Seniorinnen, die durchs Museum wuselten und natürlich eine Kleinigkeit für ihre Enkel mitbringen mussten.
Danach erneute Totenstille. Zwar wurde ich schon vorgewarnt, dass ein Museum, dass inmitten eines Waldes liegt, außerhalb der Ferien wenig aufgesucht wird, aber doch war ich überrascht, wenn nicht sogar ein klein wenig enttäuscht, wie recht diese Stimmen hatten. Aber gut, es gibt genügend zu tun, als das ich in Trauer versumpfen könnte. Zudem ist jeder Tag anders und morgen sieht die Welt schon ganz anders aus.

liebst

Elli

Dienstag, 1. September 2015

ADLEÖ: Mein erster Arbeitstag

Hallihallo,

Wie der Titel vielleicht dem pfiffigen Leser verraten hat, dreht sich der heutige Post um meinen ersten Arbeitstag als Öki, der mich irgendwie sehr an meinen ersten Schultag zu Grundschulzeiten erinnerte.
Morgens beim Frühstück war meine Mama bemüht, dass auch genügend Nahrung in meinen Magen gelangte und ein gefüllte Brotdose wartete bereits darauf, in meinem Rucksack zu landen. Immer wieder wurde ich gefragt, ob ich auch wirklich alles eingepackt hatte. Nach wiederholter Bejahung fiel Mama meine halbvolle Teetasse auf, deren Inhalt kurz darauf in meinem Organismus wanderte. Irgendwie war es süß, dass Mama so aufgeregt war. Auch Papa ließ mein erster Arbeitstag nicht kalt. So wurde ich von ihm, samt Fahrrad für meine Rückfahrt zur Oberförsterei gefahren. Es war wirklich wie an meinem ersten Schultag.
Punkt 8 Uhr wurde ich dann in offiziell ins Team eingeführt und tausende Stapel Zettel mussten unterschrieben werden. Nach einer Arbeitsbelehrung, folgte ein gemeinsames Frühstück.

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Danach folgte der wichtigste Tagesordnungspunkt. Zusammen mit meiner Betreuerin ging es ins Waldmuseum. Auch hier gab es wieder unzählige Schlüssel, Zettel und Kniffe die beachtet werden mussten. Das Museum ist dafür aber so schnuckelig, dass man dies gerne in Kauf nimmt, um sich um das Kleinod kümmern zu dürfen. Nach und nach werde ich auch das Waldmuseum mit meinem Kameraauge festhalten und euch zeigen.
Kurz vor Schluss erkundeten wir noch den Erlebnispfad, der offensichtlich durch den Wald führt und an vielen Stellen mit lustigen Spiele für Groß und Klein, zuckersüßen Geschichtchen und natürlich jeder Menge Natur gespickt wird. Wahrscheinlich werde ich morgen früh noch einmal den Pfad entlanggehen, so hübsch und interessant ist er.
Zwar hört es sich mein Arbeitstag jetzt nicht so umfangreich, aber er hatte es doch in sich. Ich hoffe nur, dass ich wenigstens das Mindeste der mir eingeflößten Informationen behalten konnte und morgen nicht wie ein begossener Pudel dastehe, aber glücklicherweise ist meine Betreuerin ein Schatz, der mich nicht hängen lassen wird, wenn ich morgen zum ersten Mal allein im Waldmuseum bin.

liebst

Elli

Montag, 31. August 2015

Miss August: Astrid Lindgren

Hallihallo,

Letzten Monat saß ich in der Klemme. Aufgrund meiner kleinen Skandinavienreise im Juli wollte ich auch eine berühmte Frau aus dem Land der Elche und BILLY-Regale auswählen, um sie euch vorzustellen. Sofort kamen mir zwei perfekte Kandidatinnen in den Sinn – Selma Lagerlöf und Astrid Lindgren. Wer gut aufgepasst hat, wird bemerkt haben, für wen ich mich im Juli entschieden habe. Dennoch wollte ich Astrid Lindgren nicht einfach vom Haken lassen, weswegen auch diesen Monat eine Schwedin meinen Blog ziert.

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Astrid Anna Emilia Ericsson ( später wie wir ja wissen Lindgren) kam als zweites Kind von insgesamt vier Geschwistern am 14. November 1907 in Näs zur Welt. Mit ihren Geschwistern Gunnar, Stina und Ingegerd verbrachte sie eine wundervolle Bilderbuchkindheit in einer unberührten Natur. Die Eltern waren zwar einerseits strikt, wenn es um Pflichten und Etikette ging, andererseits, und das war doch recht ungewöhnlich, baten sie ihren Kindern auch viel Freiraum, um ihre Fantasie beim Spielen im Grünen anzuregen. Später wird sich Astrid an ihre federleichte Kindheit zurückbesinnen und ihre Heimat als Ausgang für ihre Abenteuer in einer einerseits spannenden wie sicheren Umgebung zu erschaffen. Das Prinzip von Geborgenheit und Freiheit bekam sie früh von ihren Eltern mit auf den Weg und ließ es in ihren Geschichten widerspiegeln.
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Ihr erstes und als Kind wohl liebstes Buch > Schneewittchen, Weihnachtskalender für Kinder < erhielt sie 1911. Die darin enthaltenen Geschichten und die hübschen Illustrationen waren so spannend wie das kleine Mädchen, dass sie es bald auswendig konnte und innig liebte.
1914 folgte die Einschulung der jungen Astrid. Eigentlich sollte Astrid, wie damals üblich, nur drei Jahre zur Schule gehen, aber die Eltern ihrer Schulfreundinnen konnten Samuel August und Hanna Ericsson davon überzeugen, ihre Tochter auf eine weiterführende Schule zu schicken. Astrid war auch sehr fleißig und fiel besonders durch ihre Begeisterung für Fremdsprachen auf. 1923 erhielt sie dann ihr Realexamen und wurde in die Berufswelt entlassen.

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Als erstes zog Astrid nach Stockholm, um dort ihre Selbstständigkeit und einen Ausbildungsplatz zur Sekretärin zu finden. In dieser Zeit wohnte sie übergangsweise bei einer Freundin. Für ihren kleinen Sohn Lars, der am 4. Dezember 1926 zur Welt kam, hatte sie damals weder ausreichend Zeit noch Geld sodass sie ihren Liebling schweren Herzens zu Pflegeeltern geben musste. Als sie dann aber, während ihrer Zeit beim Königlichen Automobilclub, Sture Lindgren kennenlernt und ihn 1931 heiratet, kann sie auch ihren kleinen Sohn wieder, über viele Umwege zu sich holen. Mit der Geburt ihrer Tochter Karin 1934 wird Astrid häuslich und kümmert sich als liebende Hausfrau und Mutter um ihre Familie.

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In ihrer Schulzeit hatten ihr ihre Lehrer schon prophezeit, dass sie einmal Schriftstellerin werden würde, aber diesen Gedanken hatte Astrid Lindgren für das Wohl ihrer Familie erst einmal hinten an gestellt, bis Karin sie eines Abends bat von Pippi Langstrumpf zu erzählen. Das Mädchen hatte sich den Namen gerade erst ausgedacht, aber sofort durchfluteten Astrid nur so die Geschichten, sodass sie spontan ihrer Tochter von dem wohl berühmtesten, rothaarigen Mädchen erzählen konnte, obwohl dieses bis dato gar nicht existiert hatte.

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Später wollte sie die Geschichte der Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efrainstochter Langstrumpf zu Papier bringen lassen, um ihrer Tochter ein Geschenk damit zu machen. Zwar wurde ihr Manuskript beim Verleger zunächst abgelehnt, aber Astrid hatte Blut geleckt und wollte gar nicht mehr aufhören zu schreiben. Im nächsten Jahr gewann sie mit ihrer Geschichte ein Preisausschreiben bei demselben Verlag, der sie zuvor abgelehnt hatte. 

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Die Pippi-Bücher spalteten sofort die Generationen. Kinder liebten und Eltern wetterten gegen sie, aber davon ließ sich Astrid nicht abhalten. Sie wusste was Kinder brauchten, wollten und was sie eben nicht wollten. Nicht umsonst stammt auch von ihr das Zitat „ Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“

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Ihre Bücher waren lustig und dennoch lehrreich. Größten Anstoß erregten die Streiche des Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochters Aufstand gegen die eingefahrenen Regeln ihres Familienclans und nicht zuletzt der Tod Katlas in > Gebrüder Löwenherz <. Neben Protest gab es auch enorm viel Zuspruch, der sie in der Hans-Christian-Andersen-Medaille, der Wahl zur Schwedin des Jahrhunderts 1999 und den unzähligen Kinderbriefen, die nach einer Wegbeschreibung nach Bullerbü baten, äußerte.

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Aber auch außerhalb der Literatur ließ sich Astrid Lindgren nicht den Mund verbieten. Engagiert trat sie gegen den Krieg, Kernkraftwerke und zu hohe Steuern ein. Zusätzlich führte 1976 ihr Protest maßgeblich zur Wahlniederlage der Sozialdemokraten in Schweden. Auch führte sie 1987 einen Briefwechsel mit Michail Gorbatschow zum Thema Frieden. Zwar war sie keine Vegetarierin, wusste aber, dass wenn der Mensch human bleiben will, er auch andere Lebewesen respektvoll behandeln muss. In dieser Überzeugung startete sie auch eine Kampagne gegen Massentierhaltung. Am meisten jetzt sie sich aber zeitlebens für Kinder ein. Das Preisgeld, dass sie mit dem Selma-Lagerlöf-Literaturreis erhielt investierte sie in ihre Stiftung Solkatten ( Sonnenkatze), die sich um behinderte Kinder kümmert.

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Am 28. Januar 2002, etwa gegen 10:30, schläft Astrid Lindgren in ihrer Stockholmer Wohnung im Alter von 94 Jahren, nach langer Krankheit friedlich ein. Seither verbringt sie ihre Zeit im Land Nangijala, dem Ort, den sie Jahrzehnte zuvor in 
> Gebrüder Löwenherz< schuf, um Kindern die Angst vor dem Tod zu nehmen. Einem Ort, an dem man völlig gesund wäre und jeden Tag Abenteuer erleben würde. Drum nehmen wir uns alle an ein Beispiel an dieser bemerkenswerten Frau, die einmal sagte: „ Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

liebst
Elli


bitte entschuldigt, dass der Post erst jetzt kommt. ich hatte zuvor leider zuviel um die Ohren. :(

Freitag, 28. August 2015

Die Schönheit der unübersetzbaren Wörter

Hallihallo,


Sprachen können Menschen weltweit verbinden und trennen. Schätzungsweise gibt es ungefähr 7.000 Sprachen auf der Welt, von denen die meisten leider langsam aber sicher aussterben werden. Dabei hat jede Sprache einen eigenen Charakter und eine eigene Geschichte, die durch den Verlust seiner Muttersprachler unwiederbringlich verloren gehen würde. Daher bewundere ich diese Menschen, die es schaffen, so viele Sprachen mühelos zu erlernen und noch mehr diese Genies, die man Übersetzer nennt.
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Man muss sich nur einmal vorstellen, wie mühselig und doch reizvoll die Aufgabe der Leute, zu denen in Deutschland die Gebrüder Grimm ernannt wurden, war, die in ihren Vaterländern tausende Wörter ihrer Muttersprache zusammentrugen um die ersten Wörterbücher zu verfassen.

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Menschen wie Gustav Langenscheidt, der während eines Londonaufenthaltes, bei dem er sich nicht verständigen konnte und danach verstimmt niederschrieb: „Es ist ein wahrhaft peinliches Gefühl, unter Menschen nicht Mensch sein und seine Gedanken austauschen zu können.“ , taten dann ihr Übriges, sodass wir heute in den Genuss von Fremdwörterbüchern in allen Formen und Farben kommen. Und doch gibt es Wörter, für die es bis heute keine eindeutige Übersetzung gibt.

Kostenpunkt: 10,90€
Die Künstlerin Ella Frances Sanders hat in mühevoller Kleinarbeit Wörter gesucht, bei denen der Übersetzer schlapp macht und sie bildhaft dargestellt, um eben diese hübschen Wörter auch für Nichtmuttersprachler zugänglich zu machen. Herausgekommen ist dabei im September des Jahres 2014 das wunderschöne, wie aufschlussreiche Buch > Lost in Translation – A Compendium of Untranslatable Words from Around the World <, in dem ihre Zeichnungen samt kleinen Anmerkungen gesammelt sind.
Mittlerweile wurde das Buch in mehrere Sprachen übersetzt, wohl aber noch nicht ins Deutsche, da, wie jeder weiß, wir Deutschen wirklich für ALLES ein Wort haben. Und wenn nicht, erfinden wir halt eins. So wie Goethe, der sich für sich und alle folgenden Generationen von Schülern, die zur Gedichtanalyse von Prometheus gezwungen wurden und werden, das wundersame Wort Knabenmorgenblütenträume erdachte. Trotzdem gibt es auch Fremdwörter, bei denen wir verloren in der Übersetzung sind.

Culaccino ( italienisch): Der Abdruck, der von einem kalten Glas auf einem Tisch hinterlassen wird.

Iktasuarpok ( inuit) : Das Gefühl von Erwartung, dass dich immer wieder dazu bringt, nachzusehen, ob jemand kommt.

Pochemuchka ( russisch): Eine Person, die viele Fragen stellt
* hier auch Warum- Kind genannt. Wahrscheinlich kennt jeder eine/einen Pochemuchka*

Sobremsa ( spanisch) : Die Zeit, die man nach einem Essen mit seinem Tischnachbarn mit Reden verbringt.

Jayus ( indonesisch ): Ein Witz, der so schlecht und unlustig ist, dass man nicht anders kann, als doch darüber zu lachen.

Panapo'o ( hawaiianisch): Sich am Kopf kratzen, um sich wieder an das errinern zu können, was man vergessen hat.


Mångata ( schwedisch): Mondlicht, das sich wie eine Straße auf dem Wasser spiegelt. 


Glas Wen ( walisisch): Das umgangssprachlich blaue Lächeln beschreibt einen sarkastischen, oder spöttischen Menschen.

Kilig ( tagalog ): Das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch, wenn man verliebt ist.

Komorebi ( japanisch): Sonnelicht, dass durch die Blätter der Bäume scheint

Luftmensch ( jiddisch): eine verträumte Person


Tsundoku (japanisch): Der Zustand, wenn man ein Buch ungelesen beseite legt, nachdem man es gekauft hat. Typischerweise liegt eben dieses Buch bei anderen ungelesenen Büchern.

Wabi-Sabi (japanisch): Schönheit in der Unvollkommenheit finden; auch: den Kreislauf von Leben und Tod akzeptieren.

Commuovere ( italienisch) von einer Geschichte zu Tränen gerührt sein.

' Akihi ( hawaiianisch): Der Zustand, wenn man einer Wegbeschreibung zuhört, losläuft und sofort wieder vergessen hat, wo man eigentlich lang muss.



Karelu ( tulu): Der Abdruck, der bleibt, wenn man etwas Enges getragen hat.

Mein absolutes Lieblingswort :3
Pisan Zapra ( malaiisch) : Die Zeit, die man benötigt um eine Banane zu essen.


liebst

Donnerstag, 27. August 2015

Gunvald hat Geburtstag!

Hallihallo,

Heute feiern wir den Geburtstag meines Lieblingsgefährten. Er ist klein, ziemlich stark behaart und nutzt eine Art zu Kommunizieren, die nicht einmal er selbst wohl richtig versteht. Und doch liebe ich ihn von Herzen.
Im Jahre 2009, genau an diesem Tage, kam mein kleiner Kater Gunvald Larsson auf die Welt. Seinen kuriosen Namen hat er von einem schwedischen, knallharten Hund und Polizeibeamten, der mit meinem Gunni im Grunde gar nichts gemeinsam hat, aber das ist auch nicht schlimm, da ich mit ihm ja auch nur kuscheln möchte und keine Verbrechen aufklären will.


Seit nun genau 6 Jahren erwärmt dieser kleine knuffelige Kerl mein Herz und strapaziert meine Lachmuskeln. Der Ausdruck, dass Katzen ihren eigenen Kopf haben, stimmt, nur schwirrt in eben diesem auch eine Menge Blödsinn herum, den man sich nicht immer zweifelsfrei erklären kann.
Dennoch habe ich ihn unheimlich lieb und möchte ihn in meinem Leben nicht missen. Schon letztes Jahr wollte ich für Gunni einen kleinen Geburtstagsgruß verfassen und hier veröffentlichen, aber damals kam es mir noch recht albern vor. Das ist es höchstwahrscheinlich immer noch, aber jetzt ist mir das auch egal.
Mit seinen 6 Jahren wäre Gunvald, wäre er humanoid, bereit für die Schule. Glücklicherweise ist und bleibt er mein kleines Kätzchen, sodass ich ihm nicht jeden Tag die Krawatte neu binden müsste. Denn eins ist klar: Gunvald würde nur auf einem überkandidelte, britische Privatschule gehen, wo seine Talente gefördert würden und ich so viel Schulgeld bezahlen müsste, dass ich ihm bis an sein Lebensende auf der Tasche liegen und jeglichen Luxus von ihm verlangen könnte, da er nur dank meiner Liebe und Kreditkarte zum Multimillionär werden konnte. Ja, so wäre das.
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Und jetzt höre ich besser auf, euch mit meinen seltsamen Fantasien zu verstören und feiere lieber den Geburtstag meiner Mieze mit einer Portion vom guten Sheba und einem deftigen Schluck Katzenmilch – natürlich nur für Gunvald.

liebst

Elli

Dienstag, 25. August 2015

ADLEÖ: Schlüssel zum nächsten Schritt

Hallihallo,


Heute ist der Tag, an dem mein neues Projekt startet. Ab heute werden hier, neben anderen geistligen Ergüssen meinerseits auch kleine, feine Tagebucheinträge veröffentlicht. Das ganze wird etwa ein Jahr lang laufen, denn so lange wird auch mein Freiwilliges Ökologisches Jahr andauern. Daher werden diese Tagebucheinträge mit dem Titel > Aus dem Leben eines Ökis <, (die unter dem Tag > ADLEÖ< zu finden sein werden) sich um den Wald und alles was dazu gehört, drehen.
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 Wieso mache ich überhaupt ein FÖJ und stürze mich nicht sofort in ein Studium oder eine Ausbildung? Nun die Antwort auf diese Frage, die ich mir gerade selbst gestellt habe ist simpel. Ich wüsste einfach nicht, was ich studieren soll, will meine Zeit, in der ich auf den Geistesblitz warte aber auch nicht vergeigen. Manche kommen mit einem fertigen Plan für ihr Leben und ihre Karriere auf die Welt, ich aber eben nicht. Deshalb gönne ich mir dieses Jahr eine Verschnaufpause, da bin ich ganz ehrlich. Richtig verschnaufen im Sinne von hirnlos irgendwo rumfläzen und aufs die täglichen drei warmen Mahlzeiten warten, wird mein FÖJ ja nicht werden, aber es wird ganz anders, als alles, was ich bis jetzt gemacht habe. Auf diese Erfahrung freue ich mich und euch davon berichten zu können macht mir jetzt schon Spaß.
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Wieso schreibe ich also heute schon meinen ersten ADLEÖ-Bericht, wo ich doch erst am 1. September anfange? Nun heute wurde ich in meine Rolle als Öki eingewiesen. Die Oberförsterin meines zuständigen Forstamts und eine Mitarbeiterin, die meine ganz persönliche Ansprechpartnerin im den kommenden Monaten sein wird, haben mir meine Fragen beantwortet und mich herumgeführt. Danach wurde mir ein Berg Schlüssel für alle möglichen Türen im Forstamt überreicht, deren Schlüssellöcher ich noch finden muss. Einer dieser kleinen metallenen Türöffner war der für mein eigenes Zimmer im Forstamt.
Bis heute hatte ich keine Ahnung, dass mir ein eigenes Zimmer zur freien Verfügung steht, weshalb ich so überrascht wie fröhlich darüber bin. Wenn ich will und natürlich auch muss, darf ich dieses Zimmer nutzen und so gestalten wie ich möchte ( Wände einreißen nicht mit inbegriffen). Ach ich freue mich schon auf meine erste Übernachtungsparty, die ich mit mir selbst und unter der Bettdecke mit Gruselgeschichten im dumpfen Schein der Taschenlampe verbringen werde.


liebst

Elli ♥