Mittwoch, 8. Juli 2015

Hej! - Meine Skandinavienreise – Tag 3

Hallihallo

30.Juni 2015 / Malmö
Wo der Øresund zum Öresund wird

Auch heute entstiegen wir früh unseren Betten, da wir uns unweigerlich von Kopenhagen und das gesamte Königreich Dänemark verlassen mussten, um ins benachbarte Königreich Schweden zu gelangen.


Schon am Tag zuvor hatten wir Zugtickets für den Öresundzug gekauft, da die Strecke über die Meerenge eine der meist befahrenen ist. Zwar kommt alle halbe Stunde ein Zug, was aber nicht bedeutet, dass die Wagons dadurch nicht gut gefüllt wären. Bereits dreißig Minuten nach dem Auschecken standen wir auch schon am Bahngleis und hörten unseren Zug einfahren. Die Fahrt war so komfortabel wie zügig wie man es sich von der Deutschen Bahn wünschen würde. Nach zwanzig Minuten schon hatte sich dann der dänische Øresund in den schwedischen Öresund verwandelt und wir waren an unserem zweiten Reiseziel, der lieblichen Stadt Malmö angelangt.


Die drittgrößte Stadt Schwedens ist durchaus reizvoll und aufregend, auch wenn Mama und ich hier nur einen Tag und eine Nacht verbracht haben. Uns diente Malmö nämlich nur als kleiner Zwischenstopp, den wir aber gerne ausgeweitet hätten, da die Stadt wirklich von allem etwas bietet. 



Wunderschöne Park laden zum Spazieren und Häschenbeobachten ein, die Altstadt hält schnucklige Cafés bereit und umso weiter man in die Stadt hineingeht, umso länger zieht sich die Shoppingmeile. 



Dem weiblichen Geschlecht muss ich wohl nicht erklären, wie wichtig gute Einkaufsmöglichkeiten sind und Schweden allgemein als Geburtsland von Hennes und Mauritz bietet das natürlich.


Wer nun eher seinen Leib als seine Shoppingseele befriedigen möchte, der sollte unbedingt eine Zimtschnecke probieren. Gut, eingefleischten Liebhabern einer bekannten schwedischen Möbelkette muss ich das nicht erzählen, aber es ist noch mal etwas ganz Anderes, wenn man sich einen der süßen Kringel direkt bei einem blondgelockten, freudestrahlenden Verkäufer mit Namen Jens holt – finde ich zumindest.

liebst

Elli

Dienstag, 7. Juli 2015

Hej! - Meine Skandinavienreise – Tag 2

Hallihallo,

29.Juni 2015 / Kopenhagen
Märchen und Marihuana

Den Begriff Urlaub setzt man unweigerlich mit Entspannung gleich. Entspannung wiederum hat viel mit dem Prinzip des Sich-einfach-mal-treiben-lassen zu tun und sollte somit nicht an Termine oder Uhrzeiten gebunden sein. Frühes Aufstehen, wie man es vom Alltag gewohnt ist, schließt sich damit also eigentlich aus. Leider kann man nicht alles abschalten und manchmal ist das sogar von Vorteil.

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Wieso ich das hier so ausweite? Vielleicht um den Leser nicht zu verstören, wenn ich ihm gleich unterbreite, dass ich am zweiten Tag in Kopenhagen das erste Mal bereits um 06:30 Uhr morgens aufgestanden bin. Nur um zu sehen, dass es wie aus Eimern schüttet und mich dann wieder in die Federn fallen zu lassen. Eine Stunde später sah das Wetter glücklicherweise schon viel schöner aus. Das hat mich wirklich gefreut, da wir viel für diesen Tag geplant hatten und es doch wirklich sehr traurig gewesen wäre, wenn das hätte ins buchstäbliche Wasser fallen müssen.
Nach einem kleinen Frühstück machten wir uns auch schon auf zur kleinen Meerjungfrau. Die ewig junge Dame lag etwa eine halbe Stunde Fußmarsch von unserem Hostel entfernt und war für mich wohl das wichtigste Ziel unseres Sightseeingausflugs. Meerjungfrauen sind ein bedeutsamer Bestandteil meiner märchenhaften Kindheit und so musste diese natürlich auch besucht werden.


Unser Weg führte uns größtenteils am Wasser entlang. Einmal mussten wir in die Stadt ausweichen, da Kopenhagen zur Zeit unseres Aufenthalts eine einzige, riesige Baustelle war, was aber nicht schlimm war, denn so gelangten wir in die Altstadt, die mittlerweile auch Heimat vieler internationaler Botschaften ist.


Mein Herz schlägt einfach aus unerfindlichen Gründen für diese alten Häuserreihen, die man in so vielen Hafenstädten finden kann. Sie sind wunderschön und charmant. Dazu noch Möwen im Gleitflug und angrenzende, enge werdende Gassen, die einen immer weiter in die Vergangenheit der Stadt führen und ich bin wunschlos glücklich. Eine der Gassen führte uns, ohne das wir es davor so geplant hatten, zum Schloss Amalienburg – der Residenz der dänischen Königin Margarethe II.



Paläste und Königshäuser sind doch noch mal etwas ganz Besonderes. Egal wie sehr unsere modernen Bauten an den Wolken kratzen und wie sehr ihr Skelett aus Glas und Stahl auch im Sonnenlicht funkeln mag, einem Königshaus mit wehender Fahne können sie einfach nicht das Wasser reichen. 
Das Schloss Amalienburg mit seinem runden Platz, der von vielen Wachen und einer Reiterstatue bewacht wird, hat einfach Charakter, wenn nicht sogar eine gewisse Autorität. Das Gebäude allein reicht schon um Zucht und Ordnung herzustellen. Schon irgendwie faszinierend.



Sollten mal die architektonischen Schöpfungen versagen, gibt es ja wie gesagt noch die königlichen Wachen in ihren kleinen, roten Häuschen, die mich immer zum Schmunzeln bringen, weil sie mich an zu groß geratene Zinnsoldaten erinnern. Das die aber auch anders können, durften Mama und ich auch feststellen. Oftmals werden die würdevollen Wachen der Königin nämlich als Fotomotiv missbraucht. So auch dieses Mal. Eine Frau rückte einer Wache, auf Anweisung ihres dauerknipsenden Ehegatten, immer weiter auf die Pelle, bis der sie einfach zur Seite schupste. Als wäre nichts vorgefallen, wandte er sich dann samt Partner um und schritt so erhaben zurück zu seinem Häuschen. 



Alles, ohne auch nur mit der wachhabende Wimper zu zucken, während sie eine völlig verdutzte Frau einfach zurückließen ohne das auch nur ein Foto geschossen war. Ja so eisern kann dann doch ein Zinnsoldat sein.



Aber genug von den königlichen Wachen, von denen sich so mancher Berliner Türsteher was abgucken kann, schließlich lag unser eigentliches Ziel noch vor uns. Und ehe wir es uns versahen, war sie auch schon auf ein mal da. Die kleine Meerjungfrau, wohnhaft in Kopenhagen.
Spitze Zungen behaupten ja, dass die junge Frau wäre mickrig und der ganze Rummel um sie völlig übertrieben. Aber wie stellen diese Leute sich denn eine Meerjungfrau vor? Sie ist doch ein zartes Wesen und kein bulliger Berserker. Um es klar zu stellen: Ja die kleine Meerjungfrau ist klein. ( Wer hätte es gedacht ). Sie hat etwa die Größe einer normal großen Frau, die auf einem Stein sitzt. Aber erst das macht sie doch erst so authentisch, oder nicht?

Schaut man sich die zierliche Gestalt so an, ahnt man nichts von ihrem eigentlichen , doch sehr tragischen Ende. Wir Disneykinder kennen ja nur die Version, in der sie sowohl Stimme als auch Prinzen zum Schluss wieder ihr Eigen nennen darf, Hans Christian Andersen war dann doch etwas düsterer. In der Originalversion wird ihre Liebe nämlich nicht erwidert, woraufhin das arme Mädchen so betrübt ist, dass sie in ihre alte Heimat zurückkehren will. Leider erhält sie aber auch nicht ihre Flossen zurück, weshalb sie ihre Beine zusammennäht, sich von einer Klippe stürzt und sich in schneeweißen Meerschaum verwandelt. Traurig aber wahr.

 Um den Leser nicht weiter zu betrüben, verlassen wir die kleine Meerjungfrau und begeben uns ins angrenzende Kastell Kopenhagens. Ein Kastell ist eine militärische Befestigungsanlage in dem meistens auch ein Militärlager untergebracht ist. Daher liegt es auch auf der Hand, dass ein Kastell akkurat geplant und strukturiert aufgebaut ist, um dem Feind so wenig Angriffsfläche und einem selbst so viel Schutz wie möglich bieten. 

Dass ein Kastell dabei wie ein kleiner Stern aussieht, trägt zwar nicht unbedingt zur Abschreckung bei, der gemeine Feind hat trotzdem wenig zu lachen, da sich in den Sternspitzen Wachposten verstecken. 


Heutzutage hat das Kopenhagener Kastell zwar seine militärische Bedeutung gegen eine touristische eingetauscht, als wir dort hindurch gestrolcht sind, fand aber gerade eine Gedenkveranstaltung statt, weshalb wir lieber umliegenden Park mit der schönen Kirche erkundet haben.


Danach führte uns unser Weg zum Tivoli. Schon gestern habe ich ein wenig über den wohl berühmtesten Freizeitpark Europas berichtet und ihn zu besuchen war wirklich herrlich. 


Der Park ist ein einziges, niedliches Märchenparadis. Als Heimat von Hans Christian Andersen liegt die Messlatte auch hoch, was das Schaffen verwunschene Orte und liebevoller Details betrifft, aber das Tivoli hat seine Sache wirklich großartig gemacht. Hier wurde sogar darauf geachtet, dass die Treppengeländer ansprechend aussehen. Wirklich niedlich! 


Überall entdeckt man zauberhafte Welten, Anspielungen an den größsten Märchenerzähler Dänemarks und seine Werke und auch die Restaurants, Attraktionen und Showbühnen sind dementsprechend angepasst. 





Außerdem ist alles ruhig und idyllisch, obwohl man sich mitten in der Hauptstadt befindet und man auch mal von einer zischenden Achterbahn überrascht werden kann. Der Park ist nicht nur für Kinder ein wahres Vergnügen und wirklich jedem, der mal nach Kopenhagen reist zu empfehlen.


 Wer also in eine zuckersüße Märchenwelt eintauchen möchte, in der noch alles in Ordnung ist und Pferde von den Felswänden hängen, der ist hier absolut richtig. Es gibt wirklich außerordentlich viel zu entdecken und erleben, weshalb es auch außer Frage steht, dass das Tivoli nicht nur von Touristen sondern sogar eher von Einheimischen besucht wird, die hier einen schönen Tag mit ihrer Familie verleben. 


Ich weiß ich wiederhole mich, aber es war einfach nur schön, wie alles aufeinander abgestimmt war. Sogar die parkeigene Feuerwehr wurde verniedlicht. Das nenne ich Liebe fürs Detail.


Zwar haben Mama und ich hier nur zu Mittag gegessen, aber viel fotografieren konnte ich trotzdem, weshalb die geschätzte Leserschaft nun mit Bildern aus einer anderen, putzigen Welt bombardiert wird. Es lebe die Märchenwelt!


Leider ging es danach viel zu schnell wieder zurück in die Realität, die aber auch gar nicht mal so übel war. Auf unserem Plan hatten wir noch einen Punkt notiert, bevor wir zu einer ausgedehnten Mittagspause übergehen wollten. Ein erfrischendes Bad im Hafenschwimmbad von Kopenhagen. Der Weg dorthin war nicht allzu lang, lag das Schwimmbad doch genau gegenüber unseres Hostels. Mutig machten wir uns also auf. Eine Erfrischung war das Bad in den salzigen Fluten des Hafenbeckens allemal, betrug die Wassertemperatur doch knackige 16°C. Zwar ist man ja bekanntlich nicht aus Zucker, aber nach drei Runden im Becken gaben wir uns doch geschlagen – die Ostsee war dann doch ein wenig zu kühl. Sobald die Wassertemperaturen steigen, kann ich mir das Hafenbecken aber durchaus als belebtes Stadtbad vorstellen, bekommt man doch die wunderbar erquickende Mischung aus Sonne und Salzwasser für umsonst.

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Abends verließen wir für ein paar Stunden unsere Komfortzone und wechselten diese in dieser Zeit gegen die dänischen Auslegung von Anarchie ein. Der Freistaat Christiania befindet sich in Kopenhagen, will aber mit Kopenhagen so gar nichts zu tun haben. Oder mit festen Regeln und Verboten der Zivilisation. Hier wird eifrig auf dem Grad zwischen künstlerischer Freiheit und muffiger Verlottertheit herumgetanzt und es scheint den Bewohnern Christianias sehr viel Spaß zu machen. 

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Vielleicht wundert man sich der geschätzte Leser, wieso ich keine eignen Fotos hochstelle, sondern auf Alternativen zurückgreife, aber ich hatte einfach nicht den Mumm Fotos zu schießen – da bin ich ganz ehrlich. Bei Anbruch der Dämmerung kann es hier nämlich auch durchaus unangenehm werden, auch wenn die Freistaatler prinzipiell nett sind. Außerdem ist in einigen Bereichen, wie der weltbekannten Pusherstreet, das Fotografieren sowieso strikt untersagt, da in Christiania legal mit Marihuana gehandelt werden darf, dieses Angebot aber natürlich nicht außerhalb des Freistaat gilt. Angst muss man trotz allem nicht haben, da einem nichts passieren kann, solange man seinen Fotoapparat nicht zückt oder ein Polizist mit Drogenspürhund ist. Oder beides.

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Ich bin keineswegs übermäßig ängstlich oder scheu, aber als wir das Haupttor wieder nach draußen passierten, fiel mir doch ein kleiner Stein vom Herzen. Wahrscheinlich müsste man Christiania am Besten tagsüber besuchen, da der Freistaat dann doch zu aufregend ist, als das man vor ihm Angst haben müsste. Meinen Schlaf hat der Besuch jedenfalls nicht beeinträchtigt.

liebst
Elli♥

Montag, 6. Juli 2015

Hej! - Meine Skandinavienreise – Tag 1

Hallihallo,

Anlässlich meines bestandenen Abiturs haben meine Mama und ich uns etwas Besonderes als kleine ( oder doch eher recht große ) Belohnung für mich überlegt. Da ich weder die Muße hatte, an meinem Abiball noch an meiner Abireise teilzunehmen, haben wir eine Art Gegenveranstaltung geplant. Schon immer wollte ich Skandinavien erkunden und dieser Wunsch war somit der Anstoß für unsere Reise. 
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Natürlich habe ich auch dieses Mal ein kleines Reisetagebuch geführt. Anders als bei meiner Frankreichreise werde ich mal keinen zusammenhängenden, ewig langen Text schreiben sondern pro Tag ein Häppchen veröffentlichen. Nun wünsche ich euch und mir viel Spaß!

28.Juni 2015 / Kopenhagen
Der Duft von Zimtschnecken und das Geheimnis der Matrosenmütze

Bevor eine Reise richtig losgehen kann, wählt man immer ein Transportmittel, auf das man angewiesen ist. Da ich keinen Führerschein habe, meine Mama wenig Lust auf Autofahren und wir beide nicht in einem Zug der Deutschen Bahn ersticken wollten, haben wir uns für einen Flug mit einem Stahlvogel entschieden, der um 09:00 Uhr morgens am Flughafen Tegel abheben sollte.
Genau das tat unser Flugzeug auch und landete schon nach 45 Minuten später am Kopenhagener Flughafen. Zwar bin ich schon des Öfteren geflogen, aber man macht sich doch keine Vorstellung, dass man wirklich so schnell ist. Der technische Fortschritt lässt sich wohl doch nicht mehr aufhalten. :D
Nachdem ich meinen Rucksack vom Gepäckband geschnappt hatte, ging es auch gleich weiter zur Bahnhaltestelle des Flughafens, da er etwa eine halbe Stunde Fahrzeit von der dänischen Hauptstadt entfernt liegt. Schon nach zwei Haltestellen waren wir am Bahnhof und den ersten Eindruck, den ich dort gewinnen konnte, werde ich wohl nie vergessen.


Wir traten ins Hauptgebäude und sofort lag der wohlig süßer Duft von frischen Zimtschnecken in der Luft. Das war wirklich fantastisch. So wird man doch gerne empfangen. Danach kam gleich das nächste Erlebnis.
Vor Antritt unserer Reise hatten wir uns natürlich über alle möglichen Sehenswürdigkeiten schlau gemacht und so auch herausgefunden, dass der weltbekannte Erlebnispark Tivoli in der Nähe des Bahnhofs liegt. Genauer gesagt genau gegenüber vom Bahnhof. Kein Witz. Man tritt hinaus uns schon lacht einen einer der vielen Eingänge des Freizeitparks entgegen.
Zimtschnecken und ausgelassene Kinderschreie. Kopenhagen weiß wirklich, wie man einen guten ersten Eindruck hinterlässt. Unser Weg führte uns aber erst einmal nicht zur Achterbahn sondern zu unserer Unterkunft, die genau am Wasser lag.Nach einem kurzen Fußmarsch war auch diese erreicht, sodass wir unser Gepäck abwerfen und munter die Stadt erkunden konnten.
Unglücklicherweise war ich wahrscheinlich noch so aufgeregt oder einfach zu überwältigt, dass ich am Tag unserer Ankunft kaum bis eigentlich keine Fotos gemacht habe. Das wird sich über während des Urlaubs aber noch ändern, keine Sorge. 


Deshalb kann ich euch hier nur den Ausblick aus unserem Hostel anbieten, aber ich hoffe er stimmt euch versöhnlich, wenn ihr seht, wie schön er doch ist.
Das Fehlen von fotografischen Beweisen bedeutet aber natürlich nicht, dass wir am Tag unserer Anreise nichts weiter erlebt hätten, außer aus dem Fenster zu schauen.


Die Dänen feiern etwa zur gleichen Zeit wie wir ihr bestandenes Abitur. 
Nun ist das kleine Land zwischen Nord – und Ostsee nicht als Heimat von Partylöwen und Komasaufen bekannt, aber wenn es um ihre Abiturfeier geht, sind die Dänen doch recht ausgelassen. Natürlich bleibt man auch hier gewissen Traditionen treu. Dazu gehört scheinbar auch, mit ausgemusterten Armeefahrzeugen angeheitert und laut grölend durch die Stadt zu fahren, gut behütet mit Matrosenmützen. Nach einer eingehenden Recherche sind wir auch hinter das Geheimnis der marinen Schulabgänger gekommen. Die Mütze wird hier nämlich zu einem kleinen Tagebuch, indem alles, was an besagtem Abend noch so passiert ist durch versteckte Zeichen festgehalten wird. Für wirklich alles gibt es hier ein Zeichen. Ob Sex mitsamt Matrosenmütze auf dem Kopf ( blitzförmiger Schnitt in der Mütze) , ein waghalsiger Sprung ins kalte Wasser mit nichts an außer der weißen Mütze ( wellenförmiger Schnitt in der Mütze) oder dem Leeren eines Kasten Biers in 24h ( viereckige Kerbe im Band) .

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Für Ordnung wird trotzdem irgendwie gesorgt. Muss ein Feierwütiger aufgrund zu hohem Alkoholgenuss nämlich zum Magenauspumpen, wird ihm die Mütze entzogen. Zurück bekommt er sie nur, wenn er die behandelnde Krankenschwester verführen kann und das.... nun ja...ich denke die Chancen stehen meistens sehr schlecht, dass man seine Mütze wiedersieht. Trotzdem eine wirklich coole Tradition, die wahrscheinlich auch hier großen Anklang finden könnte.
Soweit aber erst einmal zum ersten Tag unserer Skandinavienreise. Nächstes Mal berichte ich euch weiter über die wunderschöne Stadt Kopenhagen. Bis dahin also.

liebst

Ellie

Samstag, 27. Juni 2015

Miss Juni: Florence Nightingale

Hallihallo,

Mit Krankenhäusern und Krankenpflege verbinden wir immer hohe Standards in Hygiene und Kompetenz. Umso schockierter sind wir, wenn in den Medien von Pfusch und erhöhtem Krankheitsrisiko aufgrund mangelnder Hygiene hören. Noch vor ein paar Jahrzehnten war das aber keine Seltenheit sondern eher Normalität. Die Sterblichkeitsrate in den Krankenhäusern war so hoch und das Personal so schlecht geschult, dass viele Bürger sich erst gar nicht in Pflege begaben sondern den Dingen einfach ihren Lauf ließen. Eine Frau, die entscheidend zum Fortschritt der Krankenpflege beitrug ist Florence Nightingale.

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Als am 12. Mai 1820 die zweite Tochter von Wiliam Nightingale und seiner lieben Frau Fanny Smith in der italienischen Stadt Florenz zur Welt kam, wussten sie schon lange, wie sie ihr Töchterchen nennen wollten. Schon ihre erste Tochter Parthenope wurde nach ihrem Geburtsort benannt und so erhielt das zarte Baby, das schwerlich ahnen konnte, welchen kreativen Einfall seine Erzeuger hatten, den hübschen Namen Florence.
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Als Tochter wohlhabender Eltern verlebt die kleine Florence eine unbeschwerte Kindheit. Sie ist äußerst lernwillig und wissbegierig, sodass sie früh eine
Leidenschaft für Fremdsprachen entwickelt. Es wird berichtet, dass sie bereits im Alter von nur 9 Jahren ihrer Mutter eine Predigt aus dem Französischen ohne weitere Probleme übersetzen und zusammenfassen konnte. Ab 1831, Florence ist elf Jahre alt, übernimmt der Vater den Unterricht seiner beiden Töchter und lehrt sie Griechisch, Latein, Deutsch, Französisch, Italienisch, Geschichte und sogar Philosophie. Zusätzlich wird Florence von einer Hauslehrerin in Zeichnen und Musik unterrichtet. Außerdem wird schon recht früh das soziale Bewusstsein des Mädchens geweckt, da ihre Eltern sich äußerst spendabel zeigen und erkrankten Dorfbewohnern ihres Wohnortes Lea Hurst eine Krankenpflege ermöglichen und bezahlen. 

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Florence, die schon so früh bei Krankenbesuchen die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Kranken und Verletzten macht, erkennt für sich wie bedeutsam der Dienst an der Gesellschaft ist und entwickelt eine moralische Verpflichtung denen gegenüber, denen es nicht so gut geht, wie ihr selbst. Für die damalige Zeit eine eher unübliche Einstellung für jemanden aus der Oberschicht, aber Florence ist nicht wie andere junge, gut gesittete Mädchen dieser Zeit. Florence empfindet ihre Rolle als artiges Mädchen, das ausschließlich für den Heiratsmarkt und ihre spätere Rolle als brave Ehefrau vorbereitet wird, als beklemmend und unnütz. Sie versucht aus dem langweiligen Trott herauszukommen, der sie so einengt und bekämpft die elende Untätigkeit mit der Pflege ihrer kranken Großmutter und ihres alten Kindermädchens. Ihre Leidenschaft und Hingabe für die Krankenpflege wird dabei zum Unmut der Eltern nur noch weiter angefacht.

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Als das Mädchen sich nach einem Besuch ihres Cousins, der in Cambridge Mathematik studiert, auch noch für dieses Fachgebiet interessiert, wächst die Skepsis der Eltern, die sich für ihre hübsche Tochter den normalen, ehrbaren Werdegang einer Dame dieser Zeit vorgestellt hatten. Florence, die der Banalität ihres Alltags entfliehen will und sich durch hochrangige, gebildete Freunde der Familie bestätigt fühlt, unterbreitet ihren Eltern im Sommer 1844, dass sie ihr Leben der Krankenpflege widmen möchte. Dieser Wunsch stößt bei den Nightingales auf strikte Ablehnung, da eben dieser Beruf keinen besonders guten Ruf zur damaligen Zeit hat.
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Die englischen Krankenhäuser sind marode und unhygienisch und das Personal so ungebildet wie unausgebildet. Viele Krankenschwestern bringen sich ihr Handwerk selbst bei und greifen auf bewährte Hausmittelchen statt auf die Schulmedizin zurück. Noch katastrophaler sind da nur noch die fehlende Hygiene. Florence' Eltern wollen ihre Tochter vor diesen Zuständen bewahren, erlauben ihr schlussendlich aber doch und besuchte verschiedene britische Hospitale, um Erfahrungen zu sammeln. Anschließend besucht sie während 1850 einer Fernreise gegen den Willen ihrer Mutter die Pflegeakademie in Kaiserwerth, wo sie sich im Jahr darauf zur Krankenschwester ausbilden lässt.
Wieder in England übernimmt sie zunächst die Leitung eines maroden Hospitals, das dank ihrer Hilfe schon bald wieder zu eine gesunde, hygienische Basis erreicht.
Auf diese Leistung wurde der damalige Kriegsminister aufmerksam und schlug kurzerhand Florence Nightingale als Organisatorin der Pflege des Heeres vor. 
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Diese nahm die Aufgabe an und machte sich am 4. Oktober 1854 mit 38 anderen Krankenpflegerinnen auf den Weg nach Skutari ( Türkei ). Skutari wurde zur Zeit des Krimkriegs als Hauptlazarett für Tausende Verwundete und an Cholera erkrankte Soldaten genutzt. Dem Krimkrieg vielen eine halbe Million Briten zum Opfer, von den die meisten nicht etwa im unmittelbarem Kampf, sondern aufgrund von Hunger, Mangelerkrankungen und letztendlich auch der denkbar schlechtesten hygienischen Bedingungen in den Lazaretten, starben. Oftmals reichten die maroden Betten nicht für alle, weswegen einige Verwundete auf dem verdreckten Boden schlafen mussten. Florence Nightingale hatte also keine guten Grundbedingungen, schuf diese aber, indem sie ein Pflegesystem organisierte und durch einfache Maßnahmen eine Grundhygiene herstellte. 10.000 Soldaten konnten so innerhalb von nur drei Monaten behandelt und vor dem Tod bewahrt werden.

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Florence Nightingale wurde von den verwundeten Soldaten bald nur noch > Engel der Verwundeten < oder > Die Dame mit der Lampe< genannt, wobei letzterer Spitzname sie bis ins hohe Alter begleitete. Die Dame mit der Lampe hatte es sich nämlich angewöhnt, auch nachts nach ihren Patienten zu sehen und schritt dann leise mit einer Öllampe durch die Reihen. Auch diese aufopfernde Fürsorge war für damalige Verhältnisse eher unüblich und forderte bald ihren Preis ein.

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Als Florence Nightingale nämlich von ihrem Lazarettaufenthalt nach England zurückkehrt, ist sie selbst chronisch krank. Trotzdem gibt sie nicht auf und beginnt, Lehrbücher zur Krankenpflege und auf Wunsch des Kriegsministers ihre Erfahrungen während des Krimkriegs festzuhalten. Zudem hält sie ethische Grundsätze und die dazugehörige innere Voraussetzung einer Krankenschwester schriftlich fest und schuf so den Beruf der fachlich qualifizierten Krankenschwester. 

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Auch ihrer zweiten Leidenschaft, der Mathematik kann sie sich jetzt wieder widmen. Florence Nightingale entwickelt das Tortendiagramm weiter und revolutioniert so auch die visuelle Gestaltung von Statistiken. Diese Leistung hat sie es auch zu verdanken, als erste Frau überhaupt in die angesehene, britische Royal Statistical Society aufgenommen zu werden.
Am 13. August 1910, im hohen Alter von 90 Jahren stirbt Florence Nightingale in London. Traditionell wird an ihrem Geburtstag, dem 12. Mai der internationale Tag der Krankenpflege begannen und seit 1912 wird an besonders engagierte Pflegekräfte alljährlich die Florence Nightingale- Medaille verliehen.

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Das Leben und Wirken einer so mutigen und willensstarken Frau wie Florence Nightingale umfassend niederzuschreiben, ist in einem so kleinen Blogpost natürlich unmöglich. Vieles muss hier leider zusammengefasst und gekürzt erscheinen, aber ich hoffe, ich konnte euch trotzdem einen kleinen Einblick in das bedeutsame Leben der Florence Nightingale – der unvergessenen Dame mit der Lampe – geben.

liebst
Elli♥