Sonntag, 8. Februar 2015

Flucht ist ausgeschlossen.

Hallihallo,


Meiner Meinung nach, gibt es nur wirklich wenige gute Jugendbuchautoren. Viele von ihnen haben wohl die fixe Idee, dass alle Halberwachsenen auf flache Liebesgeschichten mit noch flacheren Figuren und vorhersehbaren Handlungssträngen und nicht existenten Wendungen. Das ist wirklich schade um die unzähligen Bäume die dafür sterben müssen. Natürlich haben solche Geschichten ihren Reiz und können ein guter Einstiege in die Literaturwelt sein, aber oftmals enthalten diese Geschichten keine merkliche Entwicklung, was eigentlich insbesondere für einen Jugendlichen wichtig ist. 

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Ich fühle mich wirklich unterschätzt und unmündig, wenn mir angeraten wird, mich mit solchen Büchern mit Bis(s) befassen oder anderen wenig geistreichen Schmonzetten, wo es doch eigentlich der Anreiz der Jugendautoren sein sollte, die Köpfe und Herzen der Jugend für wichtige Happen Literatur zu öffnen und uns somit für die Welt da draußen zu sensibilisieren.
Zum Glück gibt es aber Autoren, die sich diesem Trend widersetzen und wirklich anspruchsvolle und doch auf Jugendliche zugeschnittene Themen mit Zettel und Stift verarbeiten. Einer dieser Autoren ist der unbeschreiblich fantastische John Green, der Andere heißt Morton Rhue und ist mein persönlicher Liebling.


Todd Strasser wurde am 5. Mai 1950 in New York geboren und schreibt sowohl unter seinem eigenen Namen als auch mit seinem Pseudonym Morton Rhue, einem Künstlernamen erstellt aus einem Wortspiel aus den französischen Wörtern Mort ( Tod → Todd) und Rhue ( Straße → Strasser). 1979 wurde sein erster Roman > Angel Dust Blues<, ein Werk das sich mit Jugendproblemen im Zusammenhang mit Drogen thematisiert, veröffentlicht, nachdem er zuvor jahrelang als Werbetexter und Reporter für verschiedene US – Magazine arbeitete und gelegentlich kleine Kurzgeschichten veröffentlichte. Im gleichen Jahr kaufte er sich zudem eine Glückskeksfabrik ( kein Witz), weshalb er in den ersten Jahren als freier Autor mehr Glückskekse als Bücher verkaufte und hauptsächlich davon seine Brötchen bezahlte.
1981 erschien dann sein bis jetzt erfolgreichstes Werk > die Welle<, ein Buch, dass wohl jeder irgendwie kennt, ob man es nun gelesen hat oder nicht, einfach weil es so unglaublich polarisiert und das Thema Ideologie und Propaganda erstaunlich sensibel und verständlich für Jugendliche umgesetzt hat und zeigt, wie schnell ein Experiment ausarten kann, wenn die Schwarmintelligenz fehlschlägt.

Mittlerweile gilt Todd Strasser als einer der bedeutsamsten Jugendautoren unserer Zeit, der auch haarige Themen nicht scheut, sie sogar präzise aussucht und aufarbeitet. Wenn er nicht schreibt oder in Schulen Lesungen hält, geht er surfen oder schreibt die Texte für seine Glückskekse fein säuberlich mit Tinte auf die kleinen Blättchen. ( Gut, das Letzte war jetzt gelogen, aber cool wäre es schon.)

Kostenpunkt: 6,95€

Eines meiner Lieblingsbücher von Morton Rhue/ Todd Strasser ist >Boot Camp< und dieses fantastische 279 – seitige Werk ist es absolut wert vorgestellt zu werden.
Connor ist 16 und eigentlich ein normaler, wenn nicht sogar perfekter Sohn ( er wird als 1,93m groß, hochbegabt, stark, muskulös, breitschultrig und aus einer wohlhabenden Familie kommend beschrieben – was ja jetzt nicht gerade unattraktiv ist) und hat in seinem Leben keine Schwierigkeiten, bis er sich in seine 10 Jahre ältere Lehrerin verliebt und sie sich auch in ihn. Da seine Eltern, insbesondere seine Mutter, die selbst gerne über andere lästert, aber nichts auf ihren Ruf kommen lässt, unverständliches Kopfschütteln der Nachbarn und abschätzende Blicke vermeiden wollen, lassen sie Sabrina vom Lehramt suspendieren und schicken ihren kleine Liebling Connor in ein Umerziehungslager, wo er wieder den Pfad der Tugend finden soll.

Das Umerziehungslager hat den unpassenden und grotesken Namen Lake Harmony und verpflichtet sich gegenüber den Eltern, die aufmüpfigen Kinder nach ihren Wünschen zu formen, um sie so zu besseren Menschen zu machen. Das Prinzip eines Boot Camp beruht darauf aus kriminellen oder eben „aufmüpfigen“ Jugendlichen wertvolle Mitglieder für die Gesellschaft zu machen.Die Bezeichnung „aufmüpfig“ ist jedoch genauso abwegig wie das Camp selbst, da die meisten der hier einsitzenden Kinder keine wirklichen Fehler begangen haben und im Prinzip nur für ihre pubertären Aufbruchsgedanken oder ihre individuellen Stärken und Schwächen bestraft werden. So freundet sich Connor mit Sarah und Pauly an, die genau wie er umerzogen werden müssen.
Sarahs Vater ist ein Hohepriester der Mormonen, der sein Töchterchen nach vor zwei Jahren ins Camp geschickt hat, weil sie seine religiösen Vorstellungen nicht mehr vertreten konnte. Daraufhin verliert Sarah jeglichen Lebensmut und verweigert das Essen, während sie sich immer wieder selbst verletzt.
Pauly wiederum ist von Natur aus ein eher schmächtiger Junge, der seit neun Monaten seine Zeit in Lake Harmony verbringt, um den Wunsch seines Vaters zu entsprechen, der sich einen starken und mutigen Jungen wünscht. Während seines Aufenthalts wird Pauly regelmäßig von den Aufsehern verprügelt und schafft es nicht, über Stufe 1 des Umerziehungsplans hinaus zu kommen.


Man darf das Camp nämlich ausschließlich verlassen, wenn man sich dem System angepasst hat, sich demzufolge an die Regeln zu halten, die in einer „ Bibel“ zusammengefasst werden und von den Insassen auswendig gelernt werden müssen, um schlussendlich die oberste Stufe zu erreichen. Die oberste Stufe zu erreichen ist jedoch eine unmögliche Aufgabe, da man für jeden noch so winzigen Verstoß Minuspunkte bekommt und seine vollständige Identität aufgeben muss, um den Regeln zu entsprechen.
Auch gibt es die vage Möglichkeit, von seinen Eltern abgeholt werden zu können, wodurch auch die Umerziehung beendet wird. Das passiert aber selten bis eigentlich gar nicht, da den Jugendlichen die Kommunikation mit ihren Eltern verboten ist, bis auf ein paar Briefe, in denen sie jedoch nicht ihre wirkliche Lage beschreiben dürfen, sondern ihren Eltern danken und die Umstände im Camp verschönern sollen. Die letzte Möglichkeit ist, der Ausstieg, wenn man Volljährig ist, aber ist für die meisten Jugendlichen eine zu lange Wartezeit, zudem gibt es immer noch die Möglichkeit, ihnen die Mündigkeit zu entziehen.
Es gibt also keine wirkliche Chance, Lake Harmony zu entfliehen, da das gesamte Camp einem Hochsicherheitstrakt ähnelt und sowohl Wärter als auch höhergestufte Mitinsassen unglaublich brutal die Regeln des Camps durchsetzen und Demütigung und Folter zum Alltag für die Jugendlichen gehören. Trotzdem versuchen Connor, Sarah und Pauly ihr Glück und wagen einen riskanten Fluchtversuch.
Weiter vorauseilen möchte ich in der Handlung nicht, weil ich denjenigen, die das Buch lesen möchte, nicht die Lust verderben möchte, aber ich kann sagen, dass wer Morton Rhue kennt, der weiß, dass es oftmals nicht in einem kitschig rosa plüschigen Happy End endet sondern drastisch die Realität offenbart. Die Geschichte ist wirklich sehr berührend und dabei bedrückend und ich schäme mich nicht, zu sagen, dass ich ( wie irgendwie immer bei Morton Rhue) weinen musste, weil es einfach nur grausam war, weil es so wahrhaftig und ungeschönt war.


Trauriger >Boot Camp< selbst ist jedoch der wahre Hintergrund dahinter. Wie schon erwähnt, setzt sich Morton Rhue immer mit wirklichen Problemen unserer Gesellschaft auseinander und kritisiert in diesem Fall die Boot Camps in den USA deren Anzahl tagtäglich steigt und immer neue Foltermethoden entwickelt mit dem Ziel, die eigene Jugend zu brechen.
Das Wort Boot Camp bezieht sich auch auf die schweren Stiefel, die die Insassen tragen müssen, um ihr Leben im Camp und auch die mögliche Flucht zu erschweren. In anderen Gebieten ist man auf Flip Flops mit möglichst dünnen Sohlen übergegangen, was den gleichen Effekt hat. Morton Rhue wählt die zweite Schuhvariante und lässt alle realen Methoden der Boot Camps in sein fiktives Lake Harmony einfließen.
Mangelnde ärztliche Versorgung, ungenießbares Essen und ein chancenloses Aufstiegssystem mit einem Regelbuch, dass von Wärtern wie Insassen gleichermaßen grausam befolgt wird, gehören ebenso zur Realität im amerikanischen Bildungssystem wie das unmenschliche Bewachungssystem mit Bewegungsmeldern und dutzenden Überwachungskameras, die klar gegen die Menschenrechte verstoßen, aber vom Staat kaum geahndet werden, da viel vertuscht und verschönert wird, auch wenn die Straftaten von den Camps selbst akribisch dokumentiert werden.


Wie im Buch, werden die Jugendlichen gequält und umerzogen, für Kleinigkeiten die eigentlich zu ganz normalen pubertären Ausrutschern zählen oder ein Zeichen der eigenen Selbstverwirklichung darstellen. Die Jugendlichen entsprechen den Wünschen ihrer Eltern nicht, weil sie nicht gut genug in der Schule sind, eine depressive Phase durchmachen und einfach unmotiviert sind, sich homosexuell orientiert haben oder ungewollt schwanger geworden sind. Auch gab es schon den Fall, dass ein Mädchen umerzogen werden musste, weil ihre Eltern ihren Freund nicht mochten.
Die Jugendlichen sind unbeschreiblichen Qualen und Schikanen ausgesetzt, die sie nicht zu besseren Menschen machen sondern einfach nur zerstören und seelisch verkrüppelt zurück lassen. Die Aufenthaltsdauer in einem Boot Camp beträgt im Schnitt 1 – 3 Jahre, wobei die Zeit nach oben hin trotzdem offen ist. In den letzten 20 Jahren haben die Zeit jedoch 65 Jugendliche geschafft. Sie sind bei ihrer „ Umerziehung“ verstorben und sprechen für Grausamkeit der Camps, aber auch für die Ohnmacht der Gesellschaft die ihre eigenen Kinder frisst.

liebst
Elli

Montag, 2. Februar 2015

Mein modetastischer ALN: Die Französische Revolution

Hallihallo,

Die Französische Revolution ist sowohl gesellschaftlich, politisch als auch modetechnisch eine der bedeutsamsten und notwendigsten Etappe unserer Geschichte. Sie steht für Chaos, Krawall und Veränderung, erzeugt durch einen massiven Einschnitt in die
Gesellschaft und die völlige Veränderung alter Strukturen. Die Sehnsucht der Bauern und Bürger nach einer gerechten Gesellschaft ist genauso groß wie die Angst der Adligen und des Klerus vor der Guillotine.

Ausschnitt aus dem Bild: Triumph des Marat von Louis Leopold Boilly.
  
Mode ist immer ein Abbild der Gesellschaft und den Strömungen und Veränderungen, die auf sie einwirken. Ebenso wirkt auch die Gesellschaft auf die Mode ein und verändert diese nach den jeweiligen Einflüssen. Deshalb kann man Mode und Geschichte auch nicht voneinander trennen – auch nicht während der Französischen Revolution.
Modisch stellt die Französische Revolution nämlich einen bedeutenden Fortschritt dar, da hier zum ersten Mal Mode vom Bürgertum bestimmt wird und gleichzeitig – und das ist sogar noch viel wichtiger – ein Ausdruck von politischer Gesinnung wird.
Die durch den Adel vorgegebene Kleiderordnung wird mitsamt den abgetrennten Köpfen der edlen Damen verworfen und endgültig beseitigt.
Zeitgleich entwickelt sich eine Uniformität innerhalb der Mode, um eben seinem politischen Standpunkt zu entfalten und für andere erkennbar zu machen. Außerdem gibt eine Uniform neben Anonymität auch die Stärke der Verbundenheit und zeigt dem Individuum, dass er niemals einsam ist, da es jemanden gibt, der genauso denkt und handelt wie man selbst.
Zudem die Frauenmode viel praktischer und vom Schnitt her männlicher. Diese Veränderung ist durch die ersten Emanzipationsgedanken der Frauen und der vorübergehenden Gleichstellung der Demonstranten untereinander geschuldet, da auch die Frauen für ihr Vaterland kämpften und sich ihren männlichen Mitstreitern als ebenbürtig empfanden. Zudem halfen sie zunehmend hinter den verhärteten Fronten zwischen Revolutionären und den verstaubten Marionetten des Königs und mussten dementsprechend ihre Reifröcke ablegen, was sie auch mit Eifer taten.

Entwurf für eine Tracht in den französischen Nationalfarben inklusive Hut

Mit Zunahme der Uniformität nahm auch das Verlangen nach einer einheitlichen, patriotischen Tracht, für die es auch mehrere Entwürfe gab, die jedoch alle mit der Machtübernahme von Napoleon Bonaparte verworfen wurden.

Chemisenkleid von 1795

Was folgte war die Herrschaft des kleinen großen Mannes aus Korsika, der sein ganz eigenen Vorstellungen von Politik und Mode hatte und die Frauen zurück in die Antike beförderte. Aber dazu nächstes Mal.

liebst

Elli

Samstag, 31. Januar 2015

Perfektion hat einen Namen: Mary Sue

Hallihallo
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So manch ein Internetnutzer, der außer Wikipediaartikel zur Ausarbeitung von Vorträgen abends vor Tag X, noch anderen Lesestoff sich vor Augen führt und sich mit den Heldengeschichten identifizieren kann, ist bestimmt schon einmal auf die Idee gekommen, zu eben dieser Grundgeschichte eines anerkannten Autors seine eigenen Erweiterungen niederzuschreiben oder sich die von anderen durchzulesen. Solche Geschichten nennt man – und jetzt schön aufpassen, es folgt ein neues Wort – Fanfictions und sind für wirklich jedes erdenkliche Genre auffindbar. Es gibt einige wenige Gute, die meisten erschließen sich vom Sinn her für den Autor mehr als für den Leser und wieder Andere sind dermaßen scheußlich, dass man Kopfschmerzen bekommt.

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Mittlerweile erachten einige dieser freien Autoren es nicht mehr für äußerst nötig, sich eine eigenständige, durchdachte Figur auszudenken und greifen auf das altbekannte Schema > Oh mein Gott ich bin das süßeste/hübscheste/schlauste/witzigste Mädchen überhaupt< zurück, was über die Jahre schon so oft passiert ist, dass dieses Schema eine eigene Bezeichnung bekommen hat. Diese übertrieben perfekten Mädchen heißen Mary Sues, das männliche Pendant heißt Gary Stu.
Was zeichnet aber so ein Mädchen aus? Ich werde eine kleine Liste mit den Merkmalen vorstellen, die ich in akribischer Recherche zusammengestellt habe und wenn euch noch was einfällt, können wir die Liste beliebig erweitern. Ich freue mich schon auf eure Kommentare.
Aber zunächst fangen wir mit ein paar kleinen Hintergrundinformationen an.
Die erste Mary Sue wurde als Parodiefigur 1974 von der amerikanischen Autorin Paula Smith geschaffen und ware der neue weibliche Lieutenant auf der Enterprise in Star Trek. Die Fanfiction hieß >A Trekkie's Tale< und wurde noch altmodisch in dem Fanzine „ Menagerie #2“ veröffentlicht. Paula Smith hatte ihre Halbvulkanierin Mary Sue so konzipiert, dass sie in eine rundum perfekte Figur ohne jeden Makel war, der die Männerherzen nur so zuflogen. Zum Ende der Geschichte rettet sich den Hauptfiguren Kirk, Spock und Dr. McCoy auf heroische Art und Weise das Leben, was sie nur begehrenswerter und liebenswürdiger machte. Paula Smith war von ihrer Schöpfung so begeistert, dass sie die Namen Mary Sue bald als Synonym für eine völlig farblose, dafür brilliante Schönheit verwendete und einen weltweiten Kult schuf, der von den meisten Autorinnen nicht geplant wird und von den Lesern gnadenlos in Stücke gerissen wird.
Mittlerweile wurde zu Ehren aller Mary Sues in der viralen Welt ein wunderschönes Lied aufgenommen, dass alle Merkmale poetisch ausdrückt.


Um eine Figur als Mary Sue zu identifizieren, kann man sich an folgende 20 Punkte halten:

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  1. Eine Mary Sue ist immer blutjung und wunderschön also so richtig atemberaubend, so richtig richtig hübsch und sexy auf eine unschuldige Art und dabei so verdammt hübsch und liebreizend.
  2. Eine Mary Sue hat entweder ziemlich große Ähnlichkeit mit dem Aussehen der weiblichen Autorin oder stellt das Traumbild des zwölfjährigen Fangirls da, nur dass, anders als die reale Person dahinter, eine Mary Sue keinerlei Makel besitzt, die sie hässlich ( oder menschlich ) machen könnten.
  3. Alle ihre Freunde und auch ihre Feinde (obwohl die das nie zugeben würden) finden Mary Sue wunderschön und einfach perfekt und lieben sie oder streben danach, so zu sein wie sie.
  4. Der Hauptanteil der Geschichte beschränkt sich darauf, dass Mary Sue erzählt was sie und die anderen Figuren anziehen und sich stylen.
  5. Mary Sue wiederum nimmt das gar nicht wahr und hat ständig Selbstzweifel, die ihre Freunde aber beschwichtigen, indem sie ihr in jeder Zeile sagen, wie toll sie ihre tolle Freundin doch finden
  6. Jede Person liebt Mary Sue. Wirklich jeder!
  7. Also wirklich JEDER liebt sie!!!
  8. Auch das nimmt unsere kleine Mary Sue nicht wahr, sondern findet stattdessen immer einen Weg, wie sie sich hässlich finden kann oder findet Jungs und so eh voll eklig
  9. Überhaupt jammert eine Mary Sue nur und bahnt sich so den Weg in die Herzen aller, die sie trösten und bis an ihr Lebensende beschützen und lieben wollen
  10. Eine Mary Sue hat meistens einen ziemlich unlogischen abstrusen Stammbaum und so eine verwirrende bis eklige Beziehung zu ihrem Schwarm ( der ja auch in sie verliebt ist). Bestes Beispiel für so ein Verwandschaftsverhältniss bietet eine Fanfiction zu Harry Potter, wo unsere Heldin sowohl die Tochter von Lord Voldemort, als auch die Enkelin von Albus Dumbledore ist. Dieses Missgeschick muss dann wohl noch zu Dumbledores nicht vorhandenen Heterozeiten gewesen sein....
  11. Auch gerät eine Mary Sue völlig planlos in die Handlung, meistert aber alle Probleme, weil sie ja auch alles perfekt beherrscht.
  12. Sie ist auch immer Klassenbeste und Mitglied in allen möglichen Clubs beziehungsweise überall irgendwie involviert.
  13. Die anderen Figuren benötigen Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte um eine Kampftechnik zu erlernen oder sich Wissen anzueignen, während Mary Sue es einfach schon beim ersten Mal perfekt beherrscht und es dann allen freudestrahlend beibringt.
  14. Zudem ist eine Mary Sue immer die Hüterin einer speziellen Gabe, die sonst niemand besitzt und unsere Heldin zunächst komplett überfordern, weil sie doch eigentlich nur ein „ganz normales“ Leben führen will. Nach einer Überwindungsphase genießt Mary Sue dann aber ihre neue supermegageile Superkraft und reibt es all ihren Verehrern unter die Nase wie viel geiler sie doch ist.
  15. Neben ihren abnorm gut ausgeprägten Fähigkeiten hat eine Mary Sue auch eine großen Freundes – und Bewundererkreis ( weil alle sie ja lieben, ne) und es gibt nur ganz wenig Personen die sie nicht verehren, die auch gleich sofort fies, böse und nur eifersüchtig sind, aber in Windeseile von Mary Sue bezirzt werden.
  16. So kommt es auch, dass eine Mary Sue sich mit vielen Liebhabern gleichzeitig herumschlagen muss, von denen eine Person immer mit ihr verwandt/ ein Vampir/ ihr Freund aus der Vergangenheit/ ihr Freund aus der Zukunft/ ihr bester Freund von dem sie dachte er wäre schwul/ oder ein totaler Bad Boy ist.
  17. Eine Mary Sue hat ihr erstes Mal immer mit ihrer großen Liebe und danach mit ihm ständig wunderbaren, nie ermüdenden Sex der immer in einem überragenden Orgasmus mündet
  18. Mary Sues Freunde und Lover sind nicht mal halb so talentiert und wunderschön wie sie selbst, aber sie würde sich nie darüber lustig machen, weil sie ja so ein perfekter Mensch ist.
  19. Mary Sue macht während der gesamten Handlung keine wirkliche Entwicklung durch oder hinterfragt ihr Handeln, da sie ja perfekt ist.
  20. Eine Mary Sue kennt alle Hintergrundinformationen, Schwächen und Stärken ihrer Freunde und Feinde und schlängelt sich so gekonnt durchs Geschehen bis sie schlussendlich tragisch stirbt und dabei alle rettet, die anschließend bis an ihr Lebensende um sie trauern.

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Die wohl bekannteste und schrecklichste Mary Sue aller Zeiten ist wohl die von Tara Gilesbie ( aka XXXbloodyrists666XXX ) geschaffene Ebony Dark’ness Dementia Raven Way ( ja das ist ein Name), eine wunderschön Gothic-Vampirin die nebenbei noch Schülerin in Hogwarts ist und dort von jedermann ( - und frau ) geliebt, wenn nicht gar vergöttert wird.
Die Handlung ist wirklich grottig und die Autorin unterstützt die Suizidgedanken ihrer Leser mit Rechtschreibfehlern, merkwüridgen Kommentaren und völlig dämlichen Charakteren. Obgleich >My Immortal< wirklich die allerschlimmste Fanfiction überhaupt ist, hat sich im Laufe der Zeit eine Fanpage, haufenweise Videos und Bilder und sogar eine eigenständige Wikisite.
Die Fanfiction ist genauso armselig wie lesenswert, einfach weil sie so schlecht ist. Wer also Lust hat eine völlig bescheuerte Harry – Potter – Parodie zu lesen, oder einfach nur mal wieder sich vor Lachen in die Hose pissen möchte, sollte sich wirklich >My Immortal< durchlesen, davor und danach sich aber in psychologische Betreuung begeben.

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Mary Sues sind also ziemlich nervig und für den Leser absolut nervenaufreibend und generell nicht lesenswert und doch haben sie ihre Berechtigung. Sie sind insbesondere für die Autorin selbst wichtig, da sich diese so ein Traumbild erstellen kann, was insbesondere für junge Mädchen voller pubertärer Selbstzweifel eine Hilfe darstellen kann sich selbst zu finden und Selbstvertrauen zu gewinnen, so komisch es sich auch anhören mag.
Zudem fördert auch eine Mary Sue die Kreativität und Schreibfähigkeit, wenn man sich viel mit seinem Charakter beschäftigt und neue Wege sucht, ihn zu perfektionieren.

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Jedoch sollte man sich generell überlegen, ob man seine Geschichte und die dazugehörige Heldin auch wirklich auf einer Fanfictionplattform hochstellen will, da man immer mit negativen Kommentaren rechnen muss. Ist man sich den Konsequenzen aber bewusst, so kann man auch großen Erfolg erlangen, denn nicht zuletzt ist auch der folgende Kinohit > Shades of Grey< einer Twillightfanfiction zugrunde gelegt.
Bella Swan und Anastasia Steele gelten wohl als die bekanntesten Mary Sues abseits der Fanfictionwelt, denn mittlerweile entwickeln sich immer mehr Heldinnen und Autorinnen zu farblosen Gestalten, was wirklich ein schlechtes Zeichen für unsere Literaturszene ist – meiner Meinung nach. Wahrscheinlich aber muss man mit dieser Entwicklung leben und außerdem ist man selbst immer noch so mündig, dass man entscheiden kann, ob man sich einer Mary Sue hingibt oder doch lieber ein richtiges Buch lesen will.

Welche Mary Sues kennt ihr noch? Was zeichnet sie aus? Wie steht ihr überhaupt zu dem Thema? SInd Mary Sues einfach nur lästig oder vielleicht sogar eine Bereicherung?

Im Übrigen habe ich keine Ahnung, wieso die Textfarbe so spinnt. Ignoriert das einfach.

liebst
Elli

Sonntag, 25. Januar 2015

Lila Küken duschen nur mit After Eight

Hallihallo,

Meine Lieblingslydia ist wirklich ein äußerst versiehrt wenn es um's Geldausgeben bei dm geht und findet dabei immer wieder neue kleine Schätze, bevor wir anderen Mädels unserer Truppe die überhaupt auf dem Schirm haben.
So war es auch in dieser Woche, als sie mir schon am Montag eine neue Beute gezeigt hat und ich nur mit weit aufgerissenen Augen staunen konnte. Ich hoffe sie ist nicht sauer, dass ich mir das Produkt nach gekauft habe und es hier vorstelle, aber eigentlich ist meine Lydi ja ein süßes Turnschuhmädchen, weshalb sie wahrscheinlich nur mit den Schultern zucken wird.
Kostenpunkt: 0,95 €

Ich habe schon soooo oft (2x) über die britische Marke treaclemoon und deren fantastische Produkte berichtet, dass man denken könnte, ich würde mich von diesen Bodylotions ernähren, aber was kann ich denn dafür, dass treaclemoon einfach nur tolle Lotions und Duschcremes macht? Nichts, genau!

Jedenfalls habe ich mir diesmal eine, von Lydia empfohlende Duschcreme gekauft und bin, mal wieder, vollkommen überzeugt und vom Duft berauscht. 

> lovely mint story< heißt das hübsche Stück und duftet herrlich nach Minze. Mir war davor zwar noch nicht klar, wie lecker es sein kann, mit After Eight zu duschen, aber ich kann es jedem nur empfehlen. Wie alle Produkte der Supermarke treaclemoon, ist auch die mintfarbene, und kalorienarme Köstlichkeit sehr ergiebig und somit perfekt als Miniprodukt für den Kurztrip oder die Übernachtungsparty. 
Die Haut duftet nach dem Duschen so herrlich, dass man sich wirklich wundert, wieso nicht zuvor jemand auf die Idee gekommen ist, eine Duschcreme mit minzigen Duft zu entwickeln.


Außerdem ist die kleine Geschichte auf der Flasche wieder zuckersüß, wenn auch ein wenig merkwürdig, weil man sich ernsthaft fragt, wer auf solch abstruse Ideen kommt. Ein lila Küken mit glitzernden Gummistiefeln, das im Mondschein zum Picknick tippelt. Niedlich oder eher vernebelt? Aber das macht wohl die Minze.
Fakt ist, dass die Duschcreme mal wieder meine Liebe zu treaclemoon bestätigt und sogar gefestigt hat, sie fast so süß ist wie Lydia und ich diesem Mädchen wirklich danken muss, weil sie mich erst auf dieses tolle Produkt aufmerksam gemacht hat.




Und meinem Kater hat die > lovely mint story<- Duschcreme so gut gefallen, dass er mich beim Fotografieren beobachtet hat und sogar selbst mal mit aufs Bild wollte. Tja Gunvald weiß halt, was gut ist.

liebst
Elli

Dienstag, 20. Januar 2015

Miss Januar - Margie Harrison

Hallihallo,

Der wohl größte Verdienst dieses Fabelwesens namens Gott in den letzten paar hundert Millionen Jahren war wohl die Erschaffung der Frau. Das weibliche Wesen ist so viel schöner, vollkommener und strahlender als es ein Mann je sein könnte und doch wird die Vaginabesitzerin nicht angemessen gehuldigt. Stattdessen verehren wir irgendwelche testosterongesteuerten Halbaffen die Kriege anfangen und religiösen Scheinstaaten ins Leben rufen, nur weil das, was ihnen das zwischen den Beinen hängt, zu klein ist und sie schon damals im Sportunterricht, als sie als letzte ins Team gewählt wurden, beim Umziehen mit der Bezeichnung Streichholz betitelt wurden, was zugegeben schon Wunden hinterlässt, aber nichts im Vergleich zu einer Zwangsbeschneidung der Scheide mit einer rostigen Rasierklinge ist.
Es gibt aber ein Format der Printmedien, dass es sich doch zur Aufgabe gemacht hat, die Herrlichkeit der Frau zu würdigen, dafür aber meistens nur als widerlich und sexistisch abgestempelt wird, dabei sind Frauenkörper doch so etwas Schönes. Natürlich hat der Playboy nicht als Hauptziel die Frauenquote zu steigern, ( obwohl die auf das Heft bezogen echt gut ist) sondern eher den Focus darauf legt, das Magazin mit den verklebtesten Seiten weltweit zu werden, aber das ändert nichts daran, dass sie verdammt gute Fotografen haben und die Artikel darin wirklich lesenswert sind. ( Kein Witz, die sind wirklich gut).
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Mir persönlich geht es nicht in den Kopf, wieso es so schamlos ist, einen nackten Frauenkörper am Strand von Trinidad zu zeigen, wenn wir doch auch nur >Magic Mike< gucken, weil Channing Tatum da die Hüllen fallen lässt, denn der Film wurde ja nicht für seine bewegende Handlung gelobt. Wieso müssen bei einer Frau die Nippel mit dämlichen Sternchen entschärft werden, bei Männern aber nicht? Was ist überhaupt so schlimm an Nippeln? Die führen doch schließlich keinen Atomkrieg oder nehmen zu ihrem Mutterschiff Kontakt auf, wenn man sie zu lange unbedeckt lässt. Egal..

Worauf ich hinaus wollte. Ich selbst verwende ja jeden Monat aufs Neue die Anrede
> Miss ( hier Monat einfügen)< wenn ich eine bedeutende, aber relativ unbekannte Frau vorstellen möchte. Bis jetzt hatte ich noch kein Problem mit dem Männermagazin #1 und ich hoffe auch, dass das so bleibt, weil es wirklich keinen besseren Begriff gibt, obwohl seine Wurzeln ja dem Playboy gehören, der ihn benutzt, um jeden Monat ein neue junge Frau vorzustellen, ohne dabei, in guter alter Tabu – Manier, den eh abgestandenen Begriff "Kleidung" zu verwenden. Zwar ist meine allmonatliche Miss angezogen, aber der Sinn der Lobpreisung der Frau ist eigentlich gleich. Hugh Hefner wollte das halt nur auch für Männer ein wenig schmackhafter machen. Guter Mann.
Diesen Monat möchte ich aber eine Frau vorstellen, ohne die der Playboy vielleicht nicht das Magazin wäre, für das Männer es lieben und Frauen betont angewidert die Nase rümpfen, weil die Bilder ja echt so dermaßen versaut und frauenverachtend sind (*gähn*).
Dabei werden auch Bilder ohne schützende Sternchen auftauchen, wer also sehr zart besaitet beziehungsweise schon bei einem entblößten Ellenbogen rattig wird, sollte schleunigst einen anderen Post oder gleich einen anderen Blog aufsuchen.
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Obwohl sie wohl eine der wichtigsten Frauen der Erotikgeschichte darstellt, gibt es im weltweiten Web kaum Informationen zu Margie Harrison – dem ersten Playmate überhaupt. Geboren wurde sie jedenfalls am 3. November 1931 irgendwo in den USA. Weder über ihre Kindheit noch über ihr Privatleben gibt irgendwelche Auskünfte. 

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Margie war jedoch Schauspielerin und Model, die am liebsten für das freizügige Männermagazin posierte,aber auch für die Männermagazine Follies und Gala ihren hübschen Körper zeigte.
Erstmals erschien sie im Heft des adretten Hasens in der Januarausgabe 1954 sowohl als erste Playmate und auf dem Centerfold ( Wer mit diesen Begriffen nicht klar kommen sollte, sollte das googeln oder sich einen älteren Bruder anschaffen). Zunächst gab es einige Streitigkeiten, ob Margie nun wirklich das erste Playmate of the Month ist, da schon eine Ausgabe zuvor eine gar nicht so unbekannte Dame ihr Höschen ausgezogen hatte – die unvergleichliche Marilyn Monroe. Jedoch wurde Miss Monroe als „Sweetheart of the Month“ deklariert und bekam auch kein Centerfold wodurch dieser Titel Miss Harrison gebührt.

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Im Juni dann, hüpfte Margie wieder vor die Linse und wurde auch Miss June 1954, was nicht so unüblich war, da es einfach zu wenig Frauen gab, die sich überhaupt vor irgendeiner Kamera auszogen im prüden Amerika der 50er.

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Viele betrachten die Fotostrecke vom Juni als Inspiration für den Künstler LeRoy Neiman, der eine weitere wichtige (kleine) Frau für den Playboy mit Tinte und Feder erschuf – die Femlin, einer süßen winzigen Dame in schwarzen Stiefel, die auf der Witzseite zu finden ist und so unverzichtbar wie unverwechselbar für den Playboy ist, wie der fliegetragende Hase. Zwar hat sich Neiman nie dazu geäußert, aber Margie Harrison sieht der kleinen Kobolddame doch sehr sehr ähnlich.
Am 23 Dezember 2006 starb die 165cm ( ja solche nichtigen Infos findet man wiederum) große Margie Harrison auch wieder irgendwo im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich finde es wirklich schade, dass man so wenig über so eine mutige, neugierige und wunderschöne Frau wie Margie Harrison findet, die doch die Mutter aller Playmates und Traum vieler schlafloser Nächte war. Sie hätte es wirklich verdient.

liebst
Elli♥


Sonntag, 18. Januar 2015

Party hard mit einer Einjährigen

Hallihallo,


Dieser süße kleine Blog auf dem sich der verehrte Leser gerade befindet wurde schon am 3. Januar genau 1 Jahr alt. Dieser feierliche Anlass veranlasste schon zu einem Geburtstagspost und verschiedenen Gedanken an eine angemessene Feier. Dieses Wochenende hatten beide Mütter – Sophie und Elise – also Zeit für ihr Baby und feierten im sehr sehr kleinen Kreis, sprich zu zweit.

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Ich will nicht nochmal die ganze Trennungsgeschichte runter leiern, sondern lieber zu unserer fetten Party kommen. Wir wollten einfach nur einen gemütlichen DVD – Abend machen, einfach weil unser Baby ja erst 1 Jahr alt ist und man berücksichtigen muss, dass die lieben Kleinen doch sehr sensibel und wir nicht Beyoncé und Jay Z sind, die ihrem Kind einfach mal einen ganzen Ponyhof mit vergoldeten Huftieren zum Halbjährigen schenken.
Eigentlich war es also ein simpler Mädelsabend unter dem Deckmantel Geburtstag, schließlich wäre es unsinnig einen tierischen Aufwand zu betreiben, aber wir hatten eben doch irgendwie Lust, den Ehrentag unseres Blogs zu feiern.
Als mein Bus um circa 18:15 an der Endhaltestelle anhielt, empfing mich sofort Sophies strahlendes Lächeln. Sofort wurde ich von ihrem ansteckenden Sonnenschein mitgerissen und gemeinsam strolchten wir im Licht der erwachenden Sterne und Straßenlaternen hoch zu Sophies Wohnung. Dort wurden nur kurz die Jacken ausgezogen, die Taschen abgestellt, um dann festzustellen, dass wir noch einkaufen gehen mussten. Also zurück in die Kälte, die uns aber nichts mehr ausmachte. 
Lachen hält unheimlich warm.
Die Großeinkäufe waren schon erledigt und so waren wir zwei Mädchen mit einigen anderen Spätzündern die letzten Kunden im Laden unserer Wahl. Es ist erstaunlich, wie riesig doch ein Supermarkt sein kann, wenn er nicht von Portemonnaieträgern bevölkert wird. Wir durchforsteten die Regalreihen nach Proviant und fanden sogar noch Zeit, um Kinderbücher zu durchblättern und ein sagenhaftes Schnäppchen zu machen
(* hust* USB-Stick. 16GB für 5€. Bei Kaufland. * hust*)

Nach einem erfolgreichen Einkauf zog es Sophie und mich zu einer kleinen Fotobox, die mitten im Einkaufszentrum steht und eigentlich nie für die eigentlichen Zweck – hochqualitative Passfotos – sondern eher für kindische „Spaßfotos“ (schreckliches Wort) genutzt wird. Wir also rein in die Minikabine und ordentlich rum geknipst. Dabei sind drei wundervolle Fotoreihen entstanden, die ich schon jetzt liebe.
Wieder zuhause konnten wir nicht ganz unseren eigentlichen Plan verfolgen, der ja besagte, dass wir so viele DVDs wie nur irgend möglich gucken wollte. Stattdessen haben wir erstmal 2 ½ Stunden nur auf Sophies Sofa gesessen und ohne Punkt und Komma gequatscht...
Danach aber war es Zeit für wohl einen der besten Teeniefilme überhaupt, der Mutter aller pubertären Klischees, dem Monument der 90er:
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Ich liebe diesen Film einfach. Er ist einfach nur so herrlich klischeehaft und ohne jeglichen Inhalt oder Weisheit für die Welt, das man ihn einfach nur lieben muss. Wer diesen Film (noch immer) nicht kennt sollte sich ihn unbedingt ansehen und/oder sich zunächst mit 
Iggy Azaleas Hommage >Fancy< darauf einstimmen. Hier noch schnell ein paar Filmstills als Appetitanregung:

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Gut ich schweife ab, aber ich musste einfach mal verkünden, dass Alicia Silverstone der Wahnsinn ist. Machen wir weiter. Nach einem kurzen Blickaustausch mit der Uhr und Sophie einigten wir uns darauf, dass wir unmöglich noch einen zweiten Film schaffen würden, ohne danach tot umzufallen.
Da wir aber noch nicht ganz müde waren, schalteten wir das Bildungsprogramm von RTL an, damit ich eine kleine Premiere erleben durfte. Meine Wenigkeit kam nämlich noch nie in den Genuss der wunderbaren Sendung 
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> Der Bachelor< und schon nach den ersten hirnlosen Minuten war ich mir sicher, dass es auch nur bei diesem einen Mal bleiben würde. Die Sendung ist noch inhaltsloser als die mehr oder weniger hübschen Barbieköpfchen der Teilnehmerinnen und Mister Germany 2014 ist jetzt auch nicht so meine erste Wahl auf der Suche nach der einzig wahren Liebe. Aber was soll's.
Der Rosenverteiler war ja nicht halb so schlimm wie das, was dann kam. Wer aufmerksam das Fernsehprogramm verfolgt der weiß, welche Sendung jetzt immer live aus Australien gesendet wird und welche „Promis“ dabei mal so richtig zeigen, was sie nicht drauf haben. Ich will nicht viel mehr dazu sagen, weil >Ich bin ein Star. Holt mich hier raus< sowieso schon durch alle Medienformate geprügelt wird und ich soweit dann doch nicht sinken will. Fakt ist, dass Sophie die Abenteuer von Sara, Walter und Co. so dermaßen spannend fand, dass sie während der Sendung eingeschlafen ist. Das sagt mehr als tausend Worte.
Die Lichter wurden daraufhin gelöscht, die Blasen ein letztes Mal geleert und zwei Mädchen gaben sich dem Traumland hin.

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Ein schriller Ikea – Wecker und zarte Sonnenstrahlen beendeten die Nachtruhe. Sophie und ich machten uns für die letzte Etappe unseres Geburtstagsplans zurecht, schließlich will man ja adrett aussehen, wenn man bei McDonald's frühstücken geht.
Als wir mit gefüllten Bäuchen wieder nach Hause kamen, lief auf KiKa das Sonntagsmärchen.
Im Bett lümmeln und >Der kleine Muck< gucken sollte unsere wunderschön unaufgeregte Geburtstagsparty abrunden.
 Es war einfach nur schön mit dir Sophie. Danke für dieses tolle Wochenende, mein Schatz.

liebst
Elli

Samstag, 17. Januar 2015

Mein modetastischer ALN: das frühe 18. Jahrhundert

Hallihallo,

In den letzten Atemzügen des vergangenen Jahres habe ich euch ja von meinem Anderen Leistungsnachweis ( kurz ALN) zwar selten aber doch beständig berichtet und auch vorgeschlagen, dass ich, obgleich zunächst von meiner Endnote entmutigt, euch trotzdem meine Ergebnisse vorstellen möchte, einfach weil es mir Spaß macht und mein Geschichtslehrer sich in dem Punkt echt gemittelfingert fühlen darf. Seine Einschätzung hat mich doch schwer enttäuscht und mir doch den entschiedenen Tritt gegeben, den ich brauchte, um für mich festzustellen, dass es eben Menschen gibt, die es wert sind und andere eben nicht.
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Da ich meine kleine, aber doch treue und kommunikative Leserschaft als sehr würdig empfinde, kommt hier also in den folgenden Wochen immer häppchenweise ein Einblick in die Entwicklung der „Europäischen Frauenmode im Wandel der Zeit“. Jahreszeitlich werde ich mich vom 18. Jahrhundert bis zum Jahre 1945 herantasten, vielleicht aber noch über die Zeit davor und danach und wahlweise auch über bedeutende Vorreiter in Sachen Mode berichten – sollte das jemanden interessieren. Außerdem werde ich oftmals die einzelnen Epochen aufspalten und euch bestimmte Modeströmungen explizit vorstellen.
Gut wir wollen weder Zeit noch die Nerven verlieren, weshalb ich jetzt mit gleich mal mit dem 18. Jahrhundert (bis kurz vor der Französischen Revolution) anfange.

Das war das Einstiegsbild meiner PowerPoint - Präsentation...hach...
Zunächst ist zu sagen, dass während der gesamten Zeit von mir immer die Mode des Adels und später dann der Oberschicht betrachte, da sich in den einfachen Kleidung der Bäuerinnen nie ein Unterschied erkennbar war, aus dem einfachen Grund, weil die Frauen der Unterschicht stets wichtigere, ja über lebenswichtigere Probleme hatten, als das richtige Ballkleid zu finden.
Das 18. Jahrhundert ist hauptsächlich geprägt vom Wechsel der höfischen zur bürgerlich geprägten Mode. Dieser Wechsel ist durch den Beginn der Aufklärung und die adelvernichtende Französische Revolution zu erklären, auf die wir später eingehen werden.
Die Liebeserklärung von Jean François de Troy

Anfang des Jahrhunderts, als noch nicht die gepuderten Köpfe rollten und noch der dritten Stand geknechtet werden konnte, gab es nur einen kleinen Schritt vom eher pomphaften Barock zum eher kleinteiligen, zierlichen Rokoko überging. Rein vom Schnitt und vom Stoffverbrauch ist diese Veränderung zunächst nicht auszumachen, dafür wurden die Kleider noch exquisiter und mit noch winzigeren Details geschmückt. So wurden dutzende Blümchen und Schleifchen an den Hofkleidern angebracht und auch die Frisuren und Kopfbedeckungen der Damen wurden diesem niedlichen Miniaturfaible angepasst. 
Einige der ersten Modezeichnungen zeigen beispielsweise Adlige mit Segelschiffen, die man sonst nur auf dem Wasser oder in Flaschen kennt, auf den weiß gepuderten Köpfen. 


Diese aufwendigen Kopfbedeckungen zusammen mit den überfrachteten Roben wogen schon eine ganze Menge. Dazu kamen noch Unterkleider, Reifröcke, abschnürende Korsetts, die eigentliche Perücke und allerlei andere Kinkerlitzchen, die einzig der Verschönerung der Frau dienten, dementsprechend aber keinesfalls an die fehlende Muskulatur und geringe Körpergröße der Trägerinnen angepasst waren.




Man muss sich vorstellen, dass eine Adlige am europäischen Hof nichts weiter war als Ehefrau und/ oder Mätresse. Diese Frauen hatten den ganzen Tag über nichts zu tun und waren mehr Zierde als Mensch. Um jedoch nicht den einzigen Inhalt ihres Lebens, den der Dekoration, zu verlieren, wurde sehr viel getrickst. Modisch entwickelte sich das Schäferkostüm zu einem Renner, obwohl ja keine der Damen jemals eine Weide betreten, geschweige denn eine Herde Schafe gehütet hätte. Der Schein der harmonischen Landidylle, die damals vor allem vom Adel heiß geliebt wurde, wurde jedoch gewahrt und nur darauf kam es an, weshalb aus das Schäferkostüm als Vorreiter der Trachtenmode gilt. Nicht anders gehandhabten es die Damen wenn es ums Thema Alter ging. Auch hier wurde mit der Realität gespielt.
Unterschiedliche Frisuren des frühen 18. Jahrhunderts
Man puderte sich absichtlich die Perücken und Haarteile weiß und grau, um durch vorgetäuschte Alterung das eigenen Alter zu vertuschen. So konnte man eine Zwanzigjährige von einer deutlich älteren Adligen anhand der Haartracht nicht unterscheiden. Ziemlich clever...
In den Perücken wurden nebenbei auch kleine Duftfläschen und ausgeklügelte Fallen integriert, zum Einen damit das falsche Haar schön duftete, hauptsächlich aber hatten sie aber die Aufgabe, Ungeziefer anzulocken und einzufangen, da man sich nicht unbedingt um Körperhygiene scherte, denkt man nur an die Gerüchte, dass man auch nach den glorreichen Zeiten des Sonnenkönigs überall seine Notdurft im Palast verrichten durfte, Ludwig (der XIV) selbst gerne dazu hinter die Vorhänge im Spiegelsaal ging.
Um auch die mangelnde Hygiene zu verdecken nutzten Männlein wie Weiblein kleine Schönheitsflecken in den unterschiedlichsten Formen, die dann mit heißen Wachs auf Pickel, Altersflecken oder einfach Hautunreinheiten geklebt wurden.

Allgemein kann man also festhalten, dass die Adlige des 18. Jahrhunderts ziemlich viel aushalten musste um von ihren männlichen Verehrern an geschmachtet zu werden. Man geht davon aus, dass der gesamte Putz, neudenglisch auch Outfit genannt, mindestens 20kg gewogen hat, den die Frauen allein weder an noch ausziehen konnte und über den gesamten Tag mit winzigen Absatzschuhe durch die Schlösser transportieren musste. Trotzdem empfand man diese Belastung der Gesundheit nicht als etwas Schlimmes, dass man hätte ändern müssen – nein die Frauen gingen sogar noch viel weiter.

Galakleidung von 1760
Korsetts wurden möglichst eng geschnürt, Körperformen dadurch stark formiert und Perücken nach ihrer Üppigkeit ausgesucht. Zudem gab es den kosmetischen Trend, sich den Saft der hochgiftigen Tollkirsche ins Auge träufeln zu lassen, da dadurch die Pupille geweitet werden konnte, gleichzeitig aber auch die überaus realistische Gefahr bestand, an einer Überdosis zu erblinden, die für viele Damen dann schlussendlich auch eintrat.
Madame Pompadour, die Mätresse Ludwig des XV, mit geweiteten Pupillen
Als sich die politischen Verhältnisse zuspitzen, folgt auf den Rokoko, der den Schein und das künstliche Geschaffenen liebt, bald ein krasser Umschwung zur bürgerlichen Mode der Französischen Revolution – der wir uns beim nächsten Mal widmen.

liebst
Elli